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25. 05. 2012
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Die Geschichte vom Mann, der zur Frau wird


23.10.2011 15:05 von:

Schlagwörter: Köln,Freies Werkstatt-Theater,Orlando,Woolf,Katz,Elisabeth I.,Literaturpapst,Poe

(ehu) Barbara Katz ist eine Schauspielerin mit den vielen Gesichtern: Ob besorgte Haushälterin, verliebte Elisabeth I., versoffener Poet, frauenhassender Dichter, verlotterter Zigeuner, herablassender Literaturpapst, liebestolle russische Prinzessin oder fescher Matrose und Ehemann – sie wird allen Rollen gerecht. Und natürlich auch der des Orlando – egal, ob er Mann oder später Frau ist. Die Dramatisierung von Virginia Woolfs Romans „Orlando“ im Freien Werkstatt-Theater wird mit ihr zu einer mitreißenden One-Woman-Show.

„Orlando“ ist die Geschichte eines englischen Edelmanns, der 36 Jahre alt wird und dabei 350 Jahre durchlebt. Sie beginnt zur Zeit der Regierung Elisabeths I. und endet, als es Autos und Flugzeuge gibt. Zeitzeugen bezeugen, dass es Orlando tatsächlich gegeben hat, erzählen von seinen schriftstellerischen Ambitionen und dass er sich – nach seiner Flucht aus Konstantinopel, wo er zeitweilig als englischer Gesandter lebte – von einem Mann in eine Frau verwandelte und sogar ein Kind gebar.

EIn Spiel mit den geschölechterrollen und der Frau als Schriftstellerin

Der Roman erschien 1928, er gilt als humorvolles Spiel mit den Geschlechterrollen, insbesondere auch, welchen Vorurteilen Schriftstellerinnen in der Welt der Literatur ausgesetzt sind.

Das alles kommt auch in der Inszenierung unter der Regie von Diana Anders vor. Doch eher unaufdringlich, nebenbei und gut verpackt. Zum einen in prächtige Kostüme (Hedi Kratz und Christiane von Gizycki), zum anderen eben in die Verwandlungsfähigkeit der Solistin, deren Mimik, Gestik und wandlungsreicher Sprache. Die gekonnte Unterhaltung des Publikums steht im Vordergrund, lediglich am Schluss lässt der Schwung etwas nach.

Ein silbergrauer Paravent erweist sich als Zentrum von Orlandos Welt

Eine zentrale Rolle spielt auch das Bühnenbild von Franz Joseph Völlmecke: Ein silbriger, metallglänzender Paravent. Er ist – aufgeklappt – englisches Landgut, Konstantinopel und London, kleine Accessoires reichen zur Verwandlung. Er wird zum Sternenhimmel und zum Auto. Zusammen geklappt wird er zur Trutzburg. Nicht zuletzt ist er die Kulisse, hinter der sich Barbara Katz in die Zeitzeugen verwandeln kann – von der Haushälterin bis zum feschen Matrosen.

„Orlando“ – weitere Termine: 23., 26., 28.10., 2. bis 5.11., Freies Werkstatt-Theater, Zugweg 10, 50677 Köln, Internet:www.fwt-koeln.de.

Karten: Tel. 02 21 / 32 78 17 oder per E-Mail unter: fwt-koeln@t-online.de







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