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25. 05. 2012
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Faust texttreu im Schnelldurchgang


23.09.2011 10:10 von:

Schlagwörter: Köln,Theater im Bauturm,Faust,Fürst,Goethe,Mephisto,Gretchen,Selbstmord,2011

(ehu) Faust ist alt geworden. Hat alles Mögliche studiert und ist doch so klug als wie zuvor. Frust macht sich breit. Selbstmord? Dann lieber doch nicht. Er will noch einmal genießen. Da heißt es sich beeilen, bevor der Tod kommt. Und so hetzt der Gelehrte in der Faust-Inszenierung von Jörg Fürst durch Goethes Klassiker. Und das Publikum im Theater im Bauturm kann schon nach gut anderthalb Stunden nach Hause gehen. Und das durchaus zufrieden.

Der schönen Sprache des Stücks schadet die Schnelligkeit dabei gar nicht. Denn das fünfköpfige Ensemble ist äußerst Zungenfertig. Wohl aber schadet sie bisweilen dem inhaltlichen Verständnis. Manche Zusammenhänge werden erst mit Zeitverzögerung klar – die Kenntnis der Handlung ist da hilfreich, aber keine Voraussetzung. Auch lenken bisweilen Spielereien mit Leuchtschrift vom Gesprochenen ab. Und das Hexentreffen auf dem Brocken als Disconacht – das muss hier nicht sein.

Ein diszipliniertes Schauspieler-Ensemble trägt zum Erfolg des Stückes bei

Davon abgesehen überzeugt diese Inszenierung durch moderne Sachlichkeit: Texttreue, konsequente Kargheit, ein sparsames Bühnenbild. Ein "Fenster" in die Welt von Gretchen ist hier der einzige "Luxus".

Zum Erfolg tragen auch die disziplinierten Schauspieler bei. Allen voran Christof Hemming in der Titelrolle: Am Anfang ein gehetzter, frustrierter alter Mann, der sich nach Menschlichkeit sehnt, dann aber Liebe und Triebe verwechselt und sich seinen Vaterpflichten entzieht. Mephisto (Andreas Spaniol) ist der coole Verführer, pragmatisch Nutzen und Kosten abwägend. Zunächst naiv, später hoffnungslos verzweifelt und das Publikum berührend spielt Tina Amon Amonsen das Gretchen.

Männertoll und ein geschickte Kupplerin ist Gretchens Nachbarin Marthe (Azize Flittner). Schließlich Maximilian Löwenstein als Fausts Schüler Wagner (er spielt auch den von faust erstochenen Bruder Gretchens): Alles wissen wollend und ohne Interesse für die Schönheiten der Natur scheint er die Jugendausgabe seines Lehrers zu sein. Möge ihm Faust Schicksal erspart bleiben.

"Faust" – die nächsten Termine: 24. bis 26.9., 5. bis 8.10., 19. bis 22.10., jeweils 20 Uhr, Theater im Bauturm, Aachener Str. 24-26, 50674 Köln, Karten: Tel. 0221 / 52 42 42, Internet: www.theater-im-bauturm.de.







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