25. 05. 2012
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Goethes "Faust" und gemobbte Lehrerin
(ehu) In diesem Jahr waren es nur drei, in die nächsten Spielzeit geht das Theater im Bauturm mit fünf Neuinszenierungen. Verbindendes Thema ist die "Suche des Menschen nach tiefer Wahrheit", sagte Theaterchef Gerhardt Haag, als er das Programm am Donnerstag vorstellte. Es bietet Klassiker ebenso wie zeitgenössische Dramatiker, Musik und Experimentelles.
Den Auftakt macht im September der deutsche Wahrheitssucher schlechthin: Regisseur Jörg Fürst vom a.tonal-theater nimmt sich "Faust – der Tragödie erster Teil" vor. Er sieht im Faust "das Endspiel eines selbstübersteigerten Ichs". Noch kein Klassiker wie Goethe, aber einer der meistgespielten deutschsprachigen Gegenwartsdramatiker ist Lutz Hübner. Von ihm kommt "Frau Müller muss weg" (Premiere: 2010) nach Köln. Darin mobben Eltern eine Lehrerin, weil sie keine Gymnasialempfehlungen für deren Kinder gibt – ein Beitrag zur aktuellen Diskussion über Bildungspolitik und Chancengleichheit.
Regisseurin will wissen: Warum hat Edith Piaf wann welches Lied gesungen?
Spannend dürfte die Inszenierung von Ludwig Martell und Wolfgang Wittigs "Edith Piaf – Süchtig nach Liebe" werden. Regisseurin Nicole Nagel verspricht keine Kopie des "Spatz von Paris", sondern ein 2-Personen-Stück, das zeigen will, warum die Piaf wann welches Lied gesungen hat. "Der goldene Drache" von Roland Schimmelpfennig zeigt in einer Mischung aus Poesie, Brutalität, Rätselhaftem und Sentiment das Kaleidoskop einer globalisierten Welt rund um ein China-Lokal.
Eigenproduktion holt Ismene aus dem Schatten ihrer Schwester Antigone
Einzige Eigenproduktion Wird "Psychose 2011 – Der Ismene-Komplex" sein (so der Arbeitstitel). Hausregisseurin Hiltrud Kissel will darin dem Problem nachgehen, wie Konflikte gelöst werden, wie zwischen Macht und Ohnmacht vermittelt werden kann. Ihre Protagonisten sind die beiden griechischen Sagengestalten Antigone und Ismene, bekannter die erste als aggressive, sture Dogmatiker, die andere eher vermittelnd und "angepasst".
Wiederaufgenommen werden unter anderem "Maß für Maß", "Wolke 9", "Mutter Courage", "Love Letters" und natürlich der Dauerbrenner "Der Kontrabass". Fortgeführt werden ebenfalls die Reihen "Sommergäste" und "Kölner lesen zu zweit". Am 29. und 30. Oktober gibt es – mit deutschen Übertiteln – ein Gastspiel aus Japan: "Hot Pepper, Air Conditioner and The Farewell Speech." In Burkina Faso werden Mitglieder des Theater-Ensembles eine deutsch-afrikanische Koproduktion inszenieren.

























