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25. 05. 2012
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Heiße Zeiten für TiB-Dramaturgin


10.06.2010 20:29 von:

Schlagwörter: Köln,Festival,Theater im Bauturm,Burkina Faso,Recreatrales,Regie,Ortmeier

(js) Fünf buchstäblich heiße Wochen warten im Herbst auf Kerstin Ortmeier, Dramaturgin am Kölner Theater im Bauturm (TiB). Sie geht im Herbst als "Entwicklungshelferin" nach Ouagadougou, die Hauptstadt des Sahel-Staates Burkina Faso. Dort wird sie beim 6. Theaterfestival "Recreatrales" fünf Stücke als Regie-Lehrerin betreuen. Vermittelt wurde sie vom Goethe-Institut, das auch die Kosten trägt. Außerdem gibt es langjährige Beziehungen zwischen Burkina Faso und TiB-Prinzipal Gerhard Haag.

"Recreatrales" ist kein gewöhnliches Festival, sondern eher ein Arbeitstreffen. Seit 2002 treffen sich hier Teams aus Autoren, Regisseure und Bühnenbildner aus ganz Afrika, vorwiegend allerdings aus den französischsprachigen Ländern. 40 Tage lang erarbeiten sie in einem Atelier mit einheimischen Schauspielern einige Szenen zu ihrem Stück. Eine Jury sucht die besten aus, die dann bis zur Vorführungsreife zuende produziert werden. Außerdem können fertige Produktionen eingeladen werden. Manche Gruppen werden anschließend für Gastspiele auch in Europa engagiert. Beim letzten Mal hatten sich 30 Projekte beworben, zwei wurden ins Atelier eingeladen, in der Regel sind es aber acht. In diesem Jahr werden sich die fertigen Stücke mit einer mobilen Bühne in verschiedenen Stadtteilen Ouagadougous unter Beteiligung der Bevölkerung präsentieren.

Gabrielle von Brochowski, die das Festival lange für die EU betreute, beschreibt die Situation für Theater in Afrika. Danach gibt es dafür – wie für Kultur allgemein – kaum staatliche Förderung, es beruht vor allem auf Privatinitiative. So entstand auch dieses Festival durch das Engagement unabhängiger Künstler. Es bietet den Teilnehmern Zeit, Räume, Kostüme, Unterkunft und den Austausch mit Kollegen. Den Inhalt der Stücke bewertet sie als meistens gut, vor allem soziale Probleme würden aufgegriffen. Ein Manko sei allerdings die mangelnde Ausbildung der Regisseure. Dem soll nun Ortmeier abhelfen. Selbstkritisch räumte von Brochowski ein, dass die EU seit 1986 lediglich 0,3 Prozent ihres Entwicklungshilfe-Etats für Kultur ausgegeben hat.







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