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25. 05. 2012
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Kulturdezernent Quander stellt Stipendiaten des Jahres 2008 vor


06.08.2008 22:00 von:


Und damit dieser Wille nicht nur eine reine und unverbindliche Absichtserklärung bleibt, hat die Stadt auch in diesem Jahr wieder Geld in die Hand genommen, um dieses Ziel aktiv zu fördern. Fünf junge Künstler, zwei aus dem Bereich Bildende Kunst, zwei weitere aus dem Musikbereich sowie eine Literatin erhalten nun ein Stipendium in einem Umfang von 10.000 Euro, um ihren Einstieg in die künstlerische Selbständigkeit besser vorbereiten zu können. Insgesamt wünschen sich die Initiatoren der Stadt aber auch, dass die Vergabe der fünf jeweils mit 10.000 Euro dotierten Stipendien besser bekannt werden. So blieb die Zahl der Bewerbungen gegenüber der letztjährigen Ausgabe mit 105 zwar konstant, innerhalb der einzelnen Sparten gab es aber zum Teil deutliche Unterschiede. So stieg besonders im Literaturbereich die Zahl der eingereichten Bewerbungen von zwölf auf 20.

Als besonders erfreulich bezeichnete Jury-Mitglied Thomas Böhm zudem die deutlich gestiegene Qualität der eingereichten Bewerbungen. Mit der 26-jährigen Marie T. Martin, einer gebürtigen Freiburgerin, die bereits im vergangenen Jahr den Förderpreis des MDR-Literaturwettbewerbs sowie in diesem Jahr das Dorfschreiber-Stipendium in Eisenach für sich entscheiden konnte. „Das Stipendium ist Balsam für meine Seele und ein Motivationsschub für meine Arbeit“, bekannte Martin, die sich „aus Liebe“ für Köln entschieden hat. Martin lebt und arbeitet als freie Lektorin und Autorin in Köln und Freiburg. „Ihre stark rhythmische Sprache ist von hoher atmosphärischer Dichte“, lobte Jury-Mitglied Böhm die Arbeit der diesjährigen Gewinnerin des Rolf Dieter Brinkmann-Stipendiums.

Köln als europäischer Musikstandort der Spitzenklasse

Im Bereich Musik – hier vergibt die Stadt Köln zwei Stipendien – hat sich die Zahl der eingereichten Bewerbungen insgesamt mit 21 leicht erhöht (Vorjahr: 19). Während für das Horst und Gretl Will-Stipendium im Bereich Jazz/Improvisierte Musik der aus Österreich stammende Philip Zoubek der diesjährige Preisträger ist, konnte sich im Bernhard Alois Zimmermann-Stipendium der Kölner Komponist Timo Ruttkamp gegen sieben weitere Mitbewerber durchsetzen. Komponist Ruttkamp, der bereits einige Musikwettbewerbe für sich entscheiden konnte, ist derzeit noch Stipendiat in der Studienstiftung des Deutschen Volkes (bis September 2008). Der gebürtige Hagener durchlief die Kölner Hochschule für Musik (2001 bis 2006) und absolvierte anschließend ein Aufbaustudium in „elektronischer Komposition“ an gleicher Stelle. Der Nachwuchskomponist erschuf bereits rund ein Dutzend Werke sowie vier Filmmusiken. „Ruttkamp entwickelt in seinen Kompositionen ein neues Hören von Melodien“, lobte Jury-Mitglied Dr. Wolfgang Becker die Talente des 28-Jährigen.

Auch der 30-jährige Philip Zoubek, der seit 2001 in Köln lebt, zählt auf seinem Gebiet Jazz und Improvisationsmusik zu den großen Talenten. In der lokalen Szene hatte er sich schnell einen Namen gemacht. Jury-Mitglied Hans-Jürgen von Osterhausen sieht in Zoubek sogar eine „Ausnahmeerscheinung“ in diesem Genre. „Er spielt akustisch und es klingt elektronisch“, beschreibt Musikkenner von Osterhausen die Kunst Zoubeks. Im Gegensatz zu den anderen Stipendiaten des Jahres 2008 hat der aus der Nähe von Wien stammende Nachwuchsmusiker auch schon eine konkrete Vorstellung, was er mit seinem Geld anfangen will. „Ich hole mir einen Flügel“, gab Zoubek zu Protokoll.

Bildende Kunst – Daniel Burkhardt und Kerstin Ergenzinger

Die ältesten Stipendiaten der diesjährigen Preisrunde sind die Bildenden Künstler Daniel Burkhardt (31) aus Bochum und Kerstin Ergenzinger (32) aus Reutlingen. Burkhardt erhält in diesem Jahr das „Chargesheimer-Stipendium für Foto/Film/Video“, Ergenziner das „Friedrich-Vordemberge-Stipendium für Bildende Kunst. Burkhardt, der bereits seit 1998 im Bereich experimenteller Videokunst aktiv ist, absolvierte sein Studium an der renommierte Kölner Kunsthochschule für Medien erst im vergangenen Jahr. Nach eigener Aussage gehe es Burkhardt in seinen Arbeiten um „das Auspegeln eines Verhältnisses zwischen Strukturellem und Momenthaftem“. Ergenzinger studierte gleich an mehreren Hochschulen, unter anderem in Berlin (Freie Universität und Universität der Künste) sowie am Chelsea College of Art und Design in London, bevor sie an der Kunsthochschule für Medien einen weiteren Abschluss absolvierte. Die Jury zeigte sich vor allem von ihrer starken Bildsprache überzeugt. Besonders beeindruckend: Ergenzingers Werk „KEINGRADWESTUNDKEINGRADOST“ arbeitet mit einem selbst entworfenen Seismographen, der die Erschütterungen des Raumes über „Muskeldrähte“ in eine Bodenskultptur aus Polymerschaum-Matten überträgt. Dadurch verändert die Kunstinstallation jederzeit ihre Form.

Termine

Die einzelnen Künstler werden zwar traditionell im Spätherbst noch mal zusammenkommen. Aber bereits vorher zeigen die fünf Stipendiaten ihre Kunst an verschiedenen Orten. Den Anfang macht Jazz-Musiker Zoubek am 2. September, im Loft in Köln-Ehrenfeld. Am 13. Oktober folgt das Preisträgerkonzert von Timo Ruttkamp in der Kunst Station St. Peter. Am 29. Oktober zeigen die beiden Bildenden Künstler Kerstin Ergenzinger und Daniel Burkhardt ihre Werke im Stapelhaus, dem Sitz des Bundesverbands Bildender Künstler. Die Literatin Marie T. Martin bildet mit ihrer Lesung am 19. November im Literaturhaus in der Schönhauser Straße den Abschluss. Bei einem weiteren Termin im Rathaus werden sich sämtliche Stipendiaten gegen Ende dieses Jahres noch in das Gästebuch der Stadt Köln eintragen, hieß es zum Abschluss.

Die verteilte Preisverleihung mit vier Einzelterminen ist eine Neuerung des diesjährigen Wettbewerbs, wie Kulturdezernent Prof. Georg Quander einräumte. Grund für die Neuerung war eine gewisse Unzufriedenheit mit den früheren Preisverleihungen, so der Kulturdezernent weiter. An der Sinnhaftigkeit der Stipendien ließ Quander allerdings keine Zweifel. So berichtete Kölns oberster Kulturförderer von den letztjährigen Preisträgern Günter Geltinger (Literatur) und Laia Genc. Beide haben inzwischen ihre Künstlerkarriere erfolgreich fortsetzen können. Schriftsteller Geltinger erhielt auf seinen vorgestellten Roman gleich fünf konkrete Angebote von Verlagen, wie Quander abschließend verriet.







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