25. 05. 2012
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"Lustiger Witwer" in Höchstform
(ehu) Jede Menge Türen zum Auf- und Zumachen, Tempo, Wortwitz, Situationskomik, Verwechsel- und Versteckspiele, sicher gesetzte Pointen, mehr als nur ein hauch nackter haus: "Der lustige Witwer" bietet alles, was der besucher von einem Boulevardstück erwartet. Nach der eher faden Vorgänger-Inszenierung hat das Theater am Dom wieder einen guten Griff getan.
Und darum geht es: Agnes Maddison ist im hohen Alter gestorben. Nun hofft ihr Ehemann Thomas auf ein millionenerbe. Nach 50 Jahren reist er wieder einmal nach London, um dort die neue Freiheit zu genießen und seinen Liebeshunger zu stillen. Er quartiert sich bei seinem Sohn Richard und seiner Schwiegertochter Harriet ein. Die sind davon alles andere als begeistert, kennen sie doch seinen Egoismus, seinen Hang zum Alkohol und zum anderen Geschlecht.
Ein Ekel mit Charme – dank Schauspielkunst und guter Regie
Ja. der Vater ist ein Ekel. Doch Horst Naumann (bekannt unter anderem als Dr. Römer im TV--"Traumschiff") gelingt es, ihm durchaus sympathische Züge zu verleihen. Er ist charmant, verschmitzt, gnadenlos raffiniert, bisweilen Gentleman – wenn es ihm bei den Frauen nützt. Auch die anderen laufen unter der Regie von Jürgen Wölffer zu großer Form auf. René Heinersdorff ist der Sohn, etwas lebensfremd, liebenswert, ein bisschen unter dem Pantoffel stehend. Er sucht dringend ein Model für eine Werbekampagne. Findet er es nicht, ist er seinen Job los. Seine resolute Ehefrau wird von Simone Pfennig gespielt.
Dann sind da noch Leena Fahje und Uta Krüger. Die eine die gerissene Hostess Elaine, die das große geld wittert und dafür auch einen älteren Herrn heiraten würde. Die andere die verklemmt-naive Schönheit Sharon, deren Reize sich allerdings noch hinter einer dicken schwarzen Brille und streng hochgestecktem Haar verbergen. Einen Kurzauftritt hat Ursula Bredin als ihre Tante, die noch für eine Schlusspointe sorgt.
Das war zu erwarten: Am Ende nimmt alles ein gutes Ende
Da hat Sharon schon den Job als Model erhalten. Hat der Vater erfahren, dass er nichts erbt – ebenso wie sein Sohn. Harriet hat erkannt, dass ihrer Ehe weder von Elaine noch von Sharon Gefahr droht. Und Elaine hat mit der Enterbung ihre Heiratsversprechen vergessen. Gewiss, das alles hat der Zuschauer schon vorher geahnt _ aber auch das gehört ja zu einer guten Boulevardkömodie.
"Der lustige Witwer" – bis 31. Juli, täglich 20 Uhr, samstags und sonntags auch 17 Uhr, Theater am Dom, Opern-Passagen, Glockengasse 11, 50667 Köln. Karten: Theaterkasse 0221 / 258 01 53, im Internet: www.theateramdom.de, sowie KölnTicket, Tel. 0221 / 28 01

























