25. 05. 2012
Seite drucken
Praktisch: Vier Film-Festivals unter einem Dach
(js) Statt getrennt das Publikum suchen, wollen die traditionellen Kölner Filmfestivals – "Cinepänz", "Exposed _ Festival für erste Filme", "Soundtrack_Cologne 7.0" und "Unlimited _ Europäisches Kurzfilmfestival Köln"– Europäisches Kurzfilmfestival" in diesem Jahr erstmals gemeinsam auftreten – wobei jeder weiterhin seine Unabhängigkeit behält. "Cine Cologne" heißt der Dachtitel für die Kernwoche vom 23. bis 28. November. "Cinepänz" prescht schon am 20. los. Und damit es auch jeder merkt, gibt es ein gemeinsames Festivalticket mit dem Namen "Vier gewinnt". Es berechtigt zum Eintritt in alle Veranstaltungen. Man ist überzeugt, sich nicht gegenseitig die Zuschauer wegzunehmen, es gebe vielmehr "zahlreiche Schnittmengen".
Am Dienstag stellten die vier Festivalleiter ihr Programm vor. So weit es schon feststeht. Denn bei Unlimited – dieses Festival findet zum vierten Mal statt – müssen noch über 1400 eingereichte Kurzfilme aus 30 Ländern gesichtet werden. Mit Italien und Frankreich wird es zwei Länderschwerpunkte geben. Eine erste Tendenz zeichnet sich ab: statt Horrorvisionen wie im Vorjahr drehte es sich diesmal um Orientierungslosigkeit und Verwirrung. Und wie im Vorjahr wird auch eine Reihe für Cinepänz abgezweigt. Mitten in der Sichtungsarbeit steckt man auch bei Exposed. Hier warten 150 Filme auf ihre "Prüfung", 15 werden dann ins Programm genommen. Schwerpunkte sind Debütfilme aus Österreich sowie aus Europa und aus Köln und Nordrhein-Westfalen.
Mit 21 Jahren ist Cinepänz das älteste Festival. Hier greift man auf Bewährtes zurück: Acht Filme müssen sich im Wettbewerb der Kinderjury stellen, es gibt die Jugendreihe "See you", es gibt Workshops und das Schwerpunktthema ist diesmal "Natur zum Greifen nah". Mit prominenten Namen wartet Soundtrack auf. Christian Bruhn erhält einen Ehrenpreis für seine TV-Musik (unter anderem "Heidi", "Timm Thaler"), außerdem komponierte er Hits wie "Marmor, Stein und Eisen bricht" oder Werbespots ("Milka, die zarteste Versuchung..."). Als Stargast kommt Oscar-Preisträger Jan A.P. Kaczmarek, der 2005 für die Musik zu "Wenn Träume fliegen lernen" einen Oscar erhielt. Weitere Themen sind Musik für Computerspiele und Musik für TV-Kinderserien. Außerdem gibt es einen Preis für die beste Musik für einen Kurzfilm. Als "Vorlage" dient ein stummer Kurzfilm, der inzwischen schon an 200 Komponisten versandt wurde.
Zwar hat die Stadt im Rahmen der allgemeinen Kürzungen auch hier Mittel gestrichen, unterstützt aber die Pressearbeit. Darüber hinaus freut sich Kulturdezernent Quander, dass "dieser Zusammenschluss zur größeren Ausstrahlung von Köln als Filmstadt" beiträgt: "Das ist das, was ich mir für die Filmkultur in Köln wünsche." Er wünscht sich zwar auch noch ein repräsentatives Filmtheater wie es der Kulturentwicklungsplan vorsieht, doch dafür ist kein Geld da. Neben zahlreichen Sponsoren – unter anderem die Rheinenergie-Kulturstiftung – trägt die Kulturstiftung der Stadtsparkasse KölnBonn einen Großteil des Etats. Stiftungschef Hans-Georg Bögner: "In unserem Förderprogramm steht die Filmkunst nach Musik und Tanz an dritter Stelle."
Die Kooperation im Rahmen von "Cine Cologne" steht im Prinzip auch Kölner Filmfestivals offen. Die Veranstalter von "shnit" machen ihr Ding allerdings lieber allein. Das zweite Internationanle Kurzfilmfestival findet mit 250 Filmen vom 6. bis 10. Oktober im Filmhaus und der Alten Feuerwache und gleichzeitig in Bern und Kapstadt statt. Festival-Sprecher Moritz Sachs: "Wir zeigen nur Kurzfilme, die nicht länger sind als 15 Minuten. Da gibt es keine Überschneidungen mit Unlimited."

























