25. 05. 2012
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Rheinschiffer machen Theater Konkurrenz
(ehu) "Köln Spirit" verspricht das Theaterprojekt "6 and the City": Sechs Kölner Autorinnen und Autoren schreiben je ein kurzes Dramolett über ihre Stadt. Doch das Versprechen wird nicht erfüllt. Stattdessen breitet sich meist gepflegte Langeweile aus. Zu breit sind die Stücke, zu uninspiriert die Regie. Dagegen kommen auch die Schauspieler trotz heftigen Bemühens nicht an. Und die Zuschauer finden Abwechslung beim Anblick der Rheinschiffer.
Denn Spielort ist das Schokoladenmuseum – entweder oben unterm Glasdach oder unten direkt vor dem Schokoladenbrunnen. Egal, auf jeden Fall ein ungewöhnlicher Ort. Wie der Fernsehturm in Stuttgart. Von dort kommt die Idee, seit sechs Jahren läuft dort "6 and the City". Um das zu erreichen, müssen sich die Kölner gewaltig anstrengen.
Doppelt schlecht: Zweimal bemühter Dialekt im Frisörsalon
Das einfachste wäre, auf das verkrampft-bemühte Kölsch zu verzichten – entweder richtiger Dialekt oder Hochdeutsch. Und der "Spirit"? Der versteckt sich, ist bestenfalls ansatzweise zu ahnen. Etwa in "Autofrei in Nippes" von Brigitte Glaser, eine verwickelte Nach-Scheidungsgeschichte mit Erpressungsversuch. "Einmal waschen und legen, bitte!" (Ingrid Müller-Münch) ist nicht mehr als eine Aneinanderreihung banaler Witze. Auch Hanns-Josef Ortheils "Köln Spirit" spielt im Friseursalon – dumm gelaufen.
Lars Zastrow lässt in "Der grüne Alexander" einen Rechtsextremen mit einer Tierschützer zusammenprallen – mit absehbarem Liebesende. Bei Elke Heidenreichs "Im Altersheim" ist der Titel so veraltet wie die Pointen und die Kritik an Kölner Verhältnissen behäbig sind. In "Die Miserablen" – Sathyan Ramesh lässt hier einen Theaterkritik über seinen Beruf räsonieren – darf das Ensemble (zwei Schauspielerinnen, drei Schauspieler plus ein Ersatz) wenigstens seine Gesangskünste zeigen.
Wenn‘s Köln den wackren Schwaben nachmachen und die hiesigen "6 and the City" das sechste Jahr erreichen wollen, muss man sich gewaltig anstrengen. Die Autoren mit ihren Stücken, die künstlerische Leitung und die Regie mit der Inszenierung. Und das aktuelle Programm einmal gründlich überarbeiten.
"6 and the City" ist eine Koproduktion von "GbR 6 and the City" und dem Theater im Bauturm. Es wird bis Dezember 2011 jeden letzten Montag und Dienstag eines Monats im Kölner Schokoladenmuseum gespielt. Nächste Termine: 25. und 26. Juli, 29. und 30. August, 26. und 27. September, jeweils 20 Uhr, Schokoladenmuseum, Nordspitze des Rheinauhafens, Karten: Tel. 0221 / 52 42 42, Internet: www.theater-im-bauturm.de.

























