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25. 05. 2012
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Schauspiel Köln: Mit Demokratie in die nächste Spielzeit


04.05.2011 14:11 von:

Schlagwörter: Köln,Schauspiel,Spielzeit 2011/12,Beier,Jelinek,Demokratie,Kleist,Dostojewski,Go

(ehu) Knappe acht Monate dauert die kommende Spielzeit 2011/12. Doch in dieser knappen Zeit wird das Kölner Schauspiel 17 Premieren bieten – drei mehr als in der laufenden Saison. Darunter Klassiker wie Fjodor Dostojewskis "Der Idiot", Heinrich von Kleists "Das Erdbeben in Chili" Bert Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti", und "Wir Kinder von Theben" nach der antiken Tragödie "Die Phönizierinnen" von Euripides. Einen Klassiker hat Intendantin Karin Beier für sich reserviert: Maxim Gorkis "Die Letzten" wird sie selber inszenieren.

Eröffnet wird die Spielzeit am 30. September mit "Demokratie in Abendstunden", ebenfalls unter der Regie von Beier. Eine Produktion, von der bislang außer dem Thema noch wenig feststeht – Elfriede Jelinek aber wird sehr zur Freude der Intendantin einen Text liefern. Und das, obwohl sie dem Theater eigentlich entsagen wollte. Das Thema "Demokratie" wird sich dann wie ein roter Faden durch die nächste Spielzeit ziehen.

Von Köln nach Nordafrika ist es in Sachen Demokratie nur ein kurzer Weg

"Das liegt auf der Hand", erklärte Beier, als sie das Programm am Mittwoch vorstellte. "Es begann mit der Bürgerbewegung in Köln zur Schauspielsanierung, setzte sich mit Stuttgart 21 fort und ist jetzt ganz aktuell in Nordafrika." Hier gebe es zur Zeit eine Krise der Demokratie, eine Überforderung der Politiker, in Nordafrika setzten Menschen ihr Leben im Kampf für die Demokratie ein. Der Musiker und Regisseur Schorsch Kamerun wird in "Der entkommende Aufstand" die "50 Regeln zur Revolution" des Belgrader "Zentrums für angewandte gewaltlose Aktion und Strategie" aufgreifen. Sie fanden bei den Aufständen in Nordafrika Anwendung.

Köln ist der zweite rote Faden. So wird ein Erfolgsstück aus den 70er Jahren wieder ausgegraben: "Rheinpromenade" des Kölner Dramatikers Karl Otto Mühl über die Liebe zwischen Alt und Jung. "Goldveedelsaga" wird eine Liebeserklärung an das Viertel rund um "Expo XXI", die Interimspielstätte des Schauspiels während der Sanierung. Dazu wird ein Platz an der Krefelder Straße "theatralisch-filmisch" bespielt. "100 Prozent Köln" spiegelt mit 100 repräsentativ ausgesuchten Kölner und Kölnerinnen die Zusammensetzung der Stadt wieder.

Auch an die Freunde des Tanzes wird in der kommenden Spielzeit gedacht

Tanzfreunde kommen bei vier Gastspielen auf ihre Kosten. Auch hier dreht sich eine Produktion explizit um Demokratie: Bei "Can we talk about this?" des Londoner "DV8 Physical Theatres" geht es um Rede- und Pressefreiheit, um Zensur und Beleidigung. Eine Mischung aus Tanz und Theater ist Jan Decortes "Ödipus/Bet Noir". Für Kinder und Erwachsene wird das Singspiel "Hänsel und Gretel" gegeben.

Projekte wie StreitBAR, Was vom Tage übrig blieb, Planet Kultur und die Zusammenarbeit mit Lit.Cologne werden ebenso fortgesetzt wie Aufführungen der "Rheinischen Rebellen". Die jungen Laienschauspieler – alle unter 23 Jahre – haben diesmal auch Über-Sechzigjährige aufgenommen und wollen zeigen, wo in Köln "Eldorado" zu finden ist.

Das Ende der Intendanz von Karin Beier steht noch nicht fest

Nach dem Mai 2012 hat das Schauspiel einen Monat Zeit, die Spielstätte "besenrein" zu machen, etwa alle technischen Anlagen zu entfernen und – so weit möglich und nötig – im "Expo XXI" einzubauen. Ob Beier schon 2013 oder erst 2014 – so lange läuft ihr Vertrag in Köln – ihr neues Engagement am Hamburger Schauspielhaus antreten wird, will sie von der Regelung ihrer Nachfolge abhängig machen. Das soll spätestens in diesem Sommer geschehen. "Was ich bisher gehört habe, klingt vielversprechend", machte sie Hoffnung auf eine schnelle, eher untypische Kölner Lösung.







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