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25. 05. 2012
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Valerie Krause stellt in der artothek aus


02.07.2009 18:36 von:

Schlagwörter: Köln,artothek,Kunst,Künstlerin,2009,Audi,Award,Ausstellung,Katalog

Valerie Krause ist 33 Jahre alt, wohnt in Düsseldorf und gilt als Geheimtipp unter den neuen Talenten der deutschen Kunstszene. Für ihre Arbeit wurde die Künstlerin im vergangenen Jahr mit dem Audi Art Award for New Talents ausgezeichnet. Am gestrigen Mittwochabend eröffnete die Kölner artothek eine Ausstellung, die einige Werke der Preisträgerin zeigt. Noch bis zum 22. August sind die "Kunststücke" zu sehen, passend dazu der Name der Auszeichnung "pieces". Schon im vergangenen Jahr hatte sich die Leiterin der artothek, Nane Dinges, von der Präzision und Ästhetik der Kunst Krauses beeindruckt gezeigt. Daran hatte sich auch gestern nichts geändert. Daniel Hug, Direktor der Kölner Kunstmesse Art Cologne, begrüßte dabei das Bestreben der Sponsoren und Kulturverantwortlichen, auch den jungen Künstlerinnen und Künstlern mit Auszeichnungen wie diesen unter die Arme zu greifen. "Gerade in der Anfangszeit ist das Budget äußerst knapp. Aber möglicherweise ist der Katalog noch wertvoller für die Karriere", erläuterte der Kusntkenner.

"Seit einiger Zeit beschäftigt mich das Thema der Weite und Entfernung in meinen Arbeiten. Eine Ausdehnung, die vor mir, neben mir, um mich herum stattfindet, die ich rein empathisch erleben kann" beschreibt die Künstlerin ihren Ansatz. Insbesondere das Zusammenspiel zwischen der Kunst selbst und dem Raum, der sie umgibt, liegt der Nachwuchskünstlerin am Herzen. Dabei spielt auch der Gestaltungsprozess der einzelnen Elemente selbst eine Rolle, dient er doch dem Spannungsfeld aus Einheit des Kunstwerks und den dazu verwendeten Materialien und den dazugehörigen Arbeitsschritten. "Wie bildet sich eine Skulptur?", lautet die entscheidende Frage. Neben scheinbar alltäglichen Gegenständen arbeitet die Künstlerin auch mit Projektionen zum Beispiel durch Fotografien. Das in der artothek aufgehängte Motiv eines französischen Ateliers passt dabei noch aus einem anderen Grund nahezu perfekt in das Zusammenspiel von Ausstellung und Ausstellungsort. Nur wenige Meter neben dem Bild, auf dem ein Atelierraum mit Heizkörper zu sehen ist, befindet sich ein Herzkörper der artothek. Auch wenn dieser nicht Teil der Ausstellung ist, symbolisiert diese zufällige Parallelität rechts eindrucksvoll den Ansatz Krauses. "Überall dort, wo Veränderung stattfindet, Abweichung vom Kurs, der Übergang von einem Zustand in einen anderen, da entsteht etwas, werden Entscheidungen, Beweggründe offen gelegt. Die Behandlung der Oberfläche, die Farbe, die Form, also das physische Erscheinungsbild der Skulptur erzeugt eine Ausstrahlung, einen Klang, der wiederum immaterieller Natur ist", erläuterte Krause weiter.

Die Auszeichnung trug bis 2007 den Namen ‚Art Cologne-Preis für junge Kunst’, die Koelnmesse hatte sie 2005 anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Förderprogramms ‚New Talents’ gestiftet. Der Preis ist verbunden mit einer Einzelausstellung vom 2. Juli bis 22. August 2009 in der artothek und einem Katalog. Valerie Krause wurde 1976 in Herdecke geboren. Von 1996 bis 1999 absolvierte sie eine Steinmetzlehre bei Fritz Meyer in Düsseldorf. 2001 bis 2007 folgte ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei David Rabinowitch und Didier Vermeiren, zuletzt als Meisterschülerin. 2005 ging Krause für ein Auslandssemester an die École Nationale Supérieure des Beaux-Arts, Paris, bei Richard Deacon. Nach ihrem erfolgreichen Abschluss erhielt Krause im vergangenen Jahr ein Arbeitsstipendium EHF der Konradf-Adenauer-Stiftung. Seit 2003 stellte Krause ihre Werke in mehreren Einzelausstellungen aus, zuletzt in München.

Die artothek

(js) Ausstellungen sind die eine Aufgabe der artothek. Das andere Gründungsgeschäft ist das Verleihen zeitgenössischer Kunst. die artothek ist ein Kind der großen wilden Kölner Kunstjahre, die die Demokratisierung der Kunst vorantrieben und der Stadt 1967 den Kunstmarkt bescherten. Die Idee lag damals in der Luft: Kunst für Jedermann und Jederfrau, zum kleinen Preis, wenn auch nur leihweise. Eine individuelle Schule des Sehens, "Wechselausstellungen" in jeder Wohnung. 1973 eröffnete die Stadt im Haus Saaleck die artothek. Das spätgotische Bürgerhaus war im Krieg ausgebrannt, wurde später restauriert und erhielt eine flott geschwungene Empore im Nierentisch-Stil. Mit den hochgelegenen Fenstern ist der Raum seitdem eine Herausforderung für jeden Künstler, der hier ausstellt.

Das "Leihgut" umfasst derzeit rund 1.400 Bilder, alle in neutralen Holz- oder Alurahmen, dazu einige Kleinskulpturen. Fast 900 Künstler listet das Verzeichnis auf – von Abrahams, Ivor bis Zück, Christina. Dazwischen Prominente wie Beuys, Immendorf, Rune Mields, C.O. Paeffgen oder Niki de St. Phalle. "Eine breite Mischung anspruchsvoller Kunst von figurativ bis gegenstandslos", beschreibt Christiane Dinges, seit 1976 Chefin der artothek, das Angebot. Den Schwerpunkt bilden junge – oder jung gebliebene – Kölner Künstler. "Seit kurzem haben wir auch wieder einen kleinen Ankaufetat", freut sich Dinges. Zur Information liegen die wichtigsten Kunstmagazine aus.

Immer wieder war die artothek von der Schließung bedroht, zu kostspielig schien der Stadt ihr Betrieb. Wiederholt wurde sie von einer Zuständigkeit zur anderen verschoben. Heute ist sie Teil des Kulturamtes. Dass sie trotzdem noch exisitiert, ist nicht zuletzt einem engagierten Förderverein zu verdanken. Dessen auffälligster Tätigkeitsbeweis sind die kleinen Ausstellungskataloge.

artothek, Am Hof 50, 50667 Köln, Tel. 02 21 / 22 12-23 32, www.museenkoeln.de/artothek Di - Fr 13 - 19 Uhr, Sa 13 - 16 Uhr, Ausleihgebühr: 6 Euro für 10 Wochen







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