25. 05. 2012
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Videokünstlerin überzeugt die Jury durch ihre Sensibilität
(ehu) Die Verbindung von dokumentarischer und künstlerischer Arbeit, dazu die Auseinandersetzung mit behinderten Menschen – diese Mischung überzeugte die Jury des Dormagen-Guffanti-Stipendiums: Die Videokünstlerin Anna Gonzales Suero ist die diesjährige Stipendiatin. Ausschlaggebend war ihr Video "Heidi", in dem eine Schauspielerin den Blick des Kinos auf Menschen mit körperlicher Behinderung nachspielt. Außerdem hat Suero schon mehrfach in Krankenhäusern gearbeitet, dabei entstand unter anderem ein Film, in dem Demenzkranke Sprichwörter nachspielen. Die Jury lobte hier die "besondere Sensibilität für Menschen, die nicht auf gewöhnliche Art kommunizieren können".
Das Stipendium erinnert an den Arzt Hubert Dormagen. Der hatte der Stadt Köln 1913 fast 500.000 Mark für den Bau eines "Krüppelheims" vermacht und dazu zahlreiche Gemälde, deren Betrachtung therapeutisch eingesetzt werden sollte. 1953 wurde seine Stiftung mit der von Anton Guffanti zusammengelegt. Nicola Dormagen, Urururnichte des Stifters und selber anerkannte Künstlerin, regte das Stipendium an, das seit 1997 jährlich in wechselnden Kunstsparten verliehen wird. In diesem Jahr war es Film/Video, 20 Bewerbungen gingen bei den Organisatoren ein.
Gewünscht wird ein gemeinsames Projekt mit den Bewohnern
Dotiert ist das Stipendium mit 770 Euro monatlich über ein halbes Jahr, hinzu kommt ein einmaliger Materialkostenzuschuss in Höhe von 1000 Euro. Der Preisträger erhält Wohnung und Atelier im städtischen Dormagen-Guffanti-Wohnheim. Erwünscht ist, dass der Preisträger mit den Bewohnern des Komplexes, auf dem neben dem Heim für schwerstbehinderte junge Erwachsene auch die Aids-Hilfe, die Emmaus-Gemeinde und der Gehörlosen-Bund beheimatet sind, ein Projekt umsetzt. Am Ende findet eine Ausstellung der in der Stipendiumszeit entstandenen Arbeiten statt.
Suero – 1980 in Miami geboren, seit 2007 in Köln lebend, auf zahlreichen Festivals vertreten – arbeitet schon seit einer Woche auf dem Gelände im Kölner Norden. Mit einer kleinen Kamera hält sie erste EIndrücke fest und sucht den Kontakt mit den dort lebenden Menschen. Was als Ergebnis herauskommt, weiß sie noch nicht. "Ich habe fünf oder sechs Projekte im Kopf," sagte sie bei ihrer Vorstellung am Montag im Kulturdezernat. "Vielleicht ein Video, vielleicht auch eine Installation mit mehreren Monitoren." Sie suche die Kreativität und die Energie, wolle Grenzen erkunden und die Möglichkeit, diese zu überschreiten.

























