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25. 05. 2012
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Wagner-Oper halb gesungen, halb gesprochen


20.09.2011 16:55 von:

Schlagwörter: Köln,Theater der Keller,Wagner,Tristan,Isolde,Reh,Dröscher,Oper,Liebespaar,2011,

(ehu) Tristan ist ein junger Macho, der nichts von Gefühlen, aber viel von folgenlosem Sex hält. Isolde ist eine etwas naive Romantikerin, die ihr Ideal von keuscher Liebe verrät und das nicht überlebt. Äh!? Bei Richard Wagner ist das doch ganz anders. Stimmt – aber in der Schauspiel-Oper "Wer aus mir trinkt, wird ein Reh" kommen beide Paare vor. Und das macht Sinn und Spaß, ist aber manchmal etwas schwer verständlich.

Um das Stück besser zu verstehen, kann die Kenntnis der "wahren" Geschichte um das tragische Liebespaar hilfreich sein. Also: Tristan soll Isolde zu deren künftigen Ehemann bringen. Irrtümlich trinken sie einen Liebestrank – und die beiden verlieben sich ineinander. Das kann nicht gut gehen. Und so stirbt zunächst Tristan und dann aus Kummer Isolde ihm nach.

Sopran und Tenor: Zwei wundervolle Stimmen mit viel Gefühl

Muss man das aber wirklich wissen? Nun, es kann auch ohne gehen. Denn zumindest das Wort "Liebe" ist einigermaßen problemlos aus den ausgesuchten Wagner-Arien und -Duetten herauszuhören und damit als Thema identifiziert. Sopranistin Ute Eisenhut und der Tenor Paul Lyon singen mit wundervollen Stimmen und viel Gefühl. Da braucht es nicht viele Worte.

Und auf die Musik kommt es ja an. Auf das, was sie auslöst, bei Macker-Tristan (Jean Paul Baeck), der als Lieblingstier den Wolf wählt, und Romantik-Isolde (Fiona Metscher), die ganz im Bann von "Bambi" steht und an die reine Liebe glaubt. Er hasst Gefühle, wehrt sich dagegen, ist aber durchaus verletzbar. Ihr dagegen schließt Musik das Herz auf, Klänge helfen ihr zu verstehen. Und selbst ihm vermag die Musik dann Tränen zu erwecken, wenn auch nur kurz. Männer heulen nicht, sondern wollen nur das eine. Das bekommt er dann endlich auch, haut danach ab und lässt sie sterbensunglücklich zurück.

Autorin Daniele Dröscher liefert keine plumpe "Modernieisrung" eines Klassikers

Wagners Musik könnte ihre handlungstreibende Kraft nicht ohne die Sänger und ohne den Pianisten Ewald Gutenkunst entfalten, vielen sicher eher als Hausmusiker des Kabaretts "Klüngelpütz" bekannt. Doch auch seinen Wagner beherrscht er, durch drei Klaviere auf der sonst leer-schwarzen Bühne vor dem Geschehen geschützt.

Das Stück von Daniela Dröscher – es wurde in Köln uraufgeführt – ist keine plumpe Versetzung eines Klassikers in moderne Zeiten, sondern zum einen eine intelligente Verknüpfung von Oper und Schauspiel, zum anderen eine spannende "Untersuchung" über die Wirkung von Musik. Zudem in der Inszenierung von Eva-Maria Baumeister hervorragend umgesetzt.

"Wer aus mir trinkt, wird ein Reh" – weitere Termine: 22. und 23.9., 6. bis 8.10., jeweils 20 Uhr, Theater der Keller, Kleingedankstr. 6, 50677 Köln, Karten: Tel. 02 21 / 31 80 59 (Mo-Fr 10-17 Uhr)







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