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25. 05. 2012
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Wenn der Vater Sehnsucht nach der Tochter hat


20.11.2011 16:10 von:

Schlagwörter: Köln,Theater am Dom,Jürgens,Zufall,Heinersdorff,Bahnhof,Deutsche Bahn,Boulevard,

(ehu) Warum soll ein Vater nicht seine Tochter um ein Treffen bitten, die er 35 Jahren verlassen hat? Und warum sollte eine pflichtbewusste Haushälterin, die ihren Job nach 35 Jahren gekündigt hat, ihrem Chef nicht noch schnell ein Nachfolger-Pärchen suchen? Jedes für sich ist eine kleine Geschichte wert. Wenn aber beide Geschichten zu einer verwickelt werden, dann ist das die Grundlage für gutes, zeitgemäßes Boulevardtheater: „Endstation irgendwo“ heißt das Stück und hatte jetzt im Theater am Dom Premiere.

Ort des Geschehens ist ein kleiner Bahnhof. Es schneit, der Zug hat Verspätung – was ein köstliches Intro über die Pannen der Deutschen Bahn (hier noch Bundesbahn genannt) hergibt. Eintreffen Linda (Jenny Jürgens) und Jens (Klaus Zmorek): Sie die 43-jährige Tochter, die von ihrem Vater hierher geboten wurde, er ihr Freund und Vater eines gemeinsamen Kindes. Abgang in die Bahnhofskneipe, denn der Vater erscheint nicht. Danach Auftritt und Abgang von Chef Arthur (Reinhard von Hacht) und seiner Haushälterin Gabriele (Renate Hundertmark).

Der Zuschauer erlebt auf der Bühne ein Wechselbad der Gefühle und hat seinen Spaß

Im Folgenden trifft man sich jeweils in unterschiedlichen Konstellationen. Und wie es so ist, kommt es zu folgenreichen, sich widersprechenden Missverständnissen: Linda und Jens sollen die neuen Hausgehilfen sein, Arthur der Vater von Julia, die Haushälterin seit Jahren in ihren Chef verliebt. Das einzige, was stimmt: Jens ist der Sohn von Gabriele.

Das mutet recht verwirrend an. Ist es auch. Aber trotzdem stimmig – jaja, der Zufall! – und sehr unterhaltsam. René Heinersdorff, der das Stück geschrieben und inszeniert hat, setzt auf flotte Dialoge, das Wechselbad der Gefühle, Witz und Tempo, einen Hauch Besinnlichkeit, auch ein paar Kalauer dürfen dabei sein. Die fünf in allen Emotionen bewanderten Schauspielerinnen und Schauspieler machen es ihm auch leicht.

Der wahre Vater bekennt sich erst am Schluss. Pech für den falschen Vater

Fünf? Richtig, da ist noch der Kioskbesitzer (Gernot Endemann). Nachdem er das Geschehen mehr oder weniger treffend kommentiert hat, gibt es sich schlussendlich als der Vater Julias zu erkennen. Ob die beiden ihren Frieden machen bleibt offen. An einer gemeinsamen glücklichen Zukunft von Julia, Jens und Gabriele besteht kein Zweifel. Nur Arthur hat die Arschkarte gezogen, als ihm das späte Vaterglück versagt bleibt. Der Beifall des Premierenpublikums dürfte ihn trösten.

„Endstation irgendwo“ – bis 5.2.2012, täglich 20 Uhr, samstags und sonntags auch 17 Uhr, Theater am Dom, Opern-Passagen, Glockengasse 11, 50667 Köln. Karten: Theaterkasse 0221 / 258 01 53, weitere Informationen unter: www.theateramdom.de.







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