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25. 05. 2012
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Wie Arnold Schönberg zum Malen kam


18.09.2011 15:00 von:

Schlagwörter: Köln,c.t.201,Schönberg,Studiobühne,12-Ton-Musik,Klavier,Unglückszahl,13,12,2011

(ehu) Weiße und schwarze Tasten hat das Klavier. Für die klassische C-dur-Tonleiter braucht es nur neun weiße. Das war Arnold Schönberg zu langweilig. Er nahm die fünf schwarzen dazu, die dazwischen liegen. Und erfand so die 12-Ton-Musik. Aber sind 9 plus 5 nicht 13? Nicht bei Schönberg, denn er hatte Angst vor der Unglückszahl. So jedenfalls wird es in dem Stück "12" erklärt: Eine bunte, unterhaltsame Revue über Leben und Werk des Komponisten.

Schönbergs Musiktheorie, seine Kompositionsregeln, Aufgabe und Wert des Künstlers für die Gesellschaft, das Wesen der Kunst sowie die vielfältige Symbolik der Zahl Zwölf – das ist natürlich ein Muss des 60-Minuten-Stück. All das wird in der nötigen Knappheit abgehandelt. Aber nie so, dass es langweilig wird.

Nach 60 Minuten ist schon Schluss – schade, findet der begeisterte Zuschauer

Viel mehr Spaß aber scheinen der freien Theatergruppe "c.t.201" – sie hat das Stück in Kooperation mit der Studiobühne produziert – die Höhen und Tiefen in Schönbergs Leben zu machen. Und der von der ganzen Inszenierung begeisterte Zuschauer bedauert am Ende, dass die Stunde Spielzeit nur für zwei Episoden gereicht hat (oder gab es nur die zwei?).

Wort- und gestenreich, mit sichtlichem Vergnügen an Klatsch und Tratsch erzählen und spielen Jennifer Ewert, Rebecca Madita Hundt und Manuel Moser unter der straffen Regie von Tim Mrosek. Etwa wie Schönbergs Ehefrau Mathilde zum Maler Richard Gerstl seitenspringt, wie der sich umbringt, und Multitalent Arnold im Malrausch versinkt: 60 Bilder an einem Stück! Köstlich auch das Intrigenspiel von Alma Mahler-Werfel im gemeinsamen Exil von Los Angeles: Schönberg erkennt sich im Roman "Doktor Faustus" von Thomas Mann wieder. Der gewünschte Skandal ist da, und das Buch wird ein Bestseller. Diesem Bühnen stück ist Ähnliches zu wünschen.

Anmerkung: Keine Angst vor 12-Ton-Musik! Die ist eher nur Nebenbei zu hören, weil "scheiße". "12" setzt auf Pop und Jazz, darauf lässt sich auch besser revuetanzen.

"12" – weitere Termine: 18., 20., 22.9., jeweils 20 Uhr, Studiobühne, Universitätsstr. 16 a, 50937, Köln, Karten: 0221 / 470 45 13, Internet: www.studiobuehnekoeln.de.







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