20. 06. 2013
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Drive
Als deren Ehemann Standard (Oscar Isaac) aus dem Knast entlassen wird, erlebt Driver, wie Standard zusammengeschlagen wird, er wird erpresst – und soll einen Raub durchführen, Ziel ist eine Pfandleihe. Driver willigt ein, dass Fluchtauto zu fahren, er will dafür sorgen, dass Irene in Ruhe leben kann, ohne, dass ihr Mann weiter bedroht wird. Der Coup geht jedoch schief und Driver muss, zusammen mit Irene, um sein Leben kämpfen.
Filmkritik
Drive – einer der stillsten Krimis, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Begleitet von einem fast schon „spirituellem“ Soundtrack entwickelt der Film eine gleichsam schwebende und für dieses Genre ruhige Grundstimmung. Voller Zitate und Anspielungen an den traditionellen „Drivermovie“, wie etwa „The Driver 1978 (Walter Hill)“ der späten 70er, aber auch an Trash wie "City Cobra" (Zahnstocher), sogar bis hin zu "To Live and Die in L.A"- (Wiliam Friedkin)" - sehen wir uns mit einer späten 80er, frühe 90er Ästhetik konfrontiert, die konsequent bis in die Schriftart der Titel und der Abmischung des Titelsongs (Elektro Pop bis Mainstream Waveig) durchgezogen wird. Auch die obligatorischen Abflusskanaele L.A.s dürfen nicht fehlen. Hinsichtlich der Drive Einlagen darf man allerdings keine Genialitaeten ala „French Connection“ erwarten – darum geht es nicht. Der Film entwickelt über eine vollkommen eigene, scheinbar „verlangsamte“ Rhythmik, einen Gegenpart zu der in den Vorbildern gepflegten schnellen, „funky“ Schnittfolge.
Die Protagonisten scheinen hinter einer Art unsichtbarer Wand zu agieren, es erscheint als nehmen sie die Welt nur durch "Glas" war. In der Bar des jüdischen Mafiosi - sowas solls geben - wird dieses Grundsetting auf die Spitze getrieben. Eine Welt der Sonderlinge, der seltsamen Gestalten, die wie in einer Traumsequenz erscheinen. Ein Reigen der "Isolierten". Bisweilen verliert sich der Film, etwa in der nur fragmentarisch erzählten Liebesgeschichte, allerdings in Stereotypen und bleibt oberflaechlich. In einigen Gewaltszenen bricht die scheinbar kontrollierte und ruhige Oberfläche des Drivers auf, was der Story eine brüchige Beimischung gibt, die im Gegensatz zur Faszination der Präzision steht, die ansonsten den Charakter des Drivers beherrscht - z.B. wenn er seine Uhr rituell am Lenkrad befestigt.
Insgesamt ein recht gelungenes Debüt, allerdings sollte man jede Erwartung an „Story“ ausblenden – und sich ganz auf Schnitt/Bilder/Soundtrack konzentrieren. Die späten 80er/frühen 90er waren geprägt von einer extremen Künstlichkeit, von glatten Oberflächen, von großer Distanz zu Figuren und Schauplätzen, diese Künstlichkeit hat „Drive“ perfekt wiederbelebt – es entsteht ein Eindruck von Einsamkeit und Verlassenheit, der keine Nähe zulässt, alles erscheint als ein Räderwerk – das Getriebe einer anonymen und unheimlichen Mechanik.
Also – durchaus sehenswert – mit Potential - ohne einen gleich vom Hocker zu reißen. Beeindruckend ist immer wieder die scheinbar schwebende und kalt verfolgende Kamera.
Directed by
Nicolas Winding Refn
Produced by
Michel Litvak, John Palermo
Marc Platt
Gigi Pritzker
Adam Siegel
Screenplay by Hossein Amini
Based on Drive by James Sallis
HAUPTROLLEN:
Ryan Gosling
Carey Mulligan
Bryan Cranston
Christina Hendricks
Ron Perlman
Oscar Isaac
Albert Brooks
Music:
Cliff Martinez
Studio Bold Films
Odd Lot Entertainment
Marc Platt Productions
Seed Productions























