Wetter

Boersen News



Ticket Auktion auf www.fanSALE.de


Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter

Follow us

19. 04. 2014
Seite drucken

"Monsters"


13.12.2010 00:14 von:

Schlagwörter: Monsters, B-Movie, Sci-Fi, Aliens, NASA, Xenophobie, Endzeit

(TB) „Monsters“ - ein neuer Sci-Fi B-Movie, die Anfangsszene ist Programm, denn in einer Zeit der um sich greifenden „Xenophobie “, als Antwort auf die Globalisierung, sind schwer bewaffnete Soldaten in irgendwelchen Jeeps meist damit beschäftigt das Fremde vom Eigenen zu trennen, so auch in Monsters. Sicher ist es dabei kein Zufall, dass das Böse, der Alien, ausgerechnet in Mexiko wütet. Der Film beginnt, wie auch ein Film zum Beispiel über den Irak Krieg hätte beginnen können, erst als wir ein „War of the Worlds“ würdiges Monster sehen ist klar, es geht hier nicht um einen der vielen realen Kriege, sondern um die Abwehr von, sozusagen, illegalen Einwanderern. Meta Motiv der B-Metapher dürfte also die zunehmende Militarisierung der Grenze zwischen den USA und Mexiko sein, jedenfalls kann man es so sehen. (Im B-Movie Bereich ist dieses Motiv momentan "trendy" der, nur für echte Fans, absolut geniale Robert Rodriguez "Machete" mit Robert DeNiro nutzt ebenfalls diesen Aspekt um einen Martial-Arts-Splatter zu servieren, aber das ist ein anderes Thema)

Es ist ja jammerschade, dass durch die vielen gigmilliarden teuren A-Movie Adaptionen von B-Movies eine Tatsache bei vielen aus dem Blickwinkel geraten ist: In den echten B-Movies ging es nie darum das Monster, den Alien in den Mittelpunkt zu stellen, es ging den echten B-Movies immer darum vor dem Hintergrund des Monsters eine Geschichte zu erzählen. Daneben galt es auch dem "Monster" etwas abzugewinnen, es trotz aller oberflächlichen Schrecken in seinem Dasein als Monster zu verstehen, wenn Samantha dann ganz fasziniert ist von jenen seltsamen Leuchtpilzen, dann ist das nicht Alien für Arme, sondern eher angelehnt an die seltsame Geschichte aus "Der Schrecken vom Amazonas". „Monsters“ spielt ganz vortrefflich mit diesen Motiven, und ist damit ein echter B-Movie, nicht nur wegen einen geringen Budgets, sondern weil der Regisseur und Computergrafiker Gareth Edwards offensichtlich ein echter Liebhaber der alten B-Movies ist. Und für diese Liebhaber sind es die ganzen Verknüpfungen, die eigene Mythologie des B-Kapitalismus, die Generationen von B-Movies erzählen. Nein, das modische "Independent" Kino ist was anderes, und oft genauso gefährlich für den echten und wahren B-Movie wie die Krake Hollywood, hach, man müsste gleich den ganzen B-Movie-Zweig in die Liste des Weltkulturerbes aufnehmen. Es bleibt zu hoffen, dass Edwards sich auch in Zukunft treu bleibt.

Als die NASA außerirdisches Material auf die Erde bringen will kommt es zu einem Unfall und die Aliens werden in Mexico freigesetzt, daraufhin wird das Land zur No-Go Area, und hermetisch abgeriegelt. Der Fotoreporter Andrew (Scoot McNairy) soll aus der Zone berichten, und bei der Gelegenheit auch gleich die Tochter Samantha (Whitney Able) des Verlegers nach Hause bringen, die sich in der AlienZone aufhält. Das ist ebenfalls beste Tradition derartiger Filme, und lehnt sich an das Motiv aus „Die Klapperschlange 1981“ an. Nachdem der Reporter die Tochter gefunden hat, wird den beiden allerdings das Ticket für die Rückreise gestohlen, und so müssen sie ohne Hilfe den Weg aus dem Sperrgebiet finden. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebesgeschichte.

 

„Monsters“ bleibt dem „real-militärischen“ Layer treu, diese reale Haptik, die an keiner Stelle in schimmernde HighTech Oberflächen abgleitet, macht „Monsters“ zu einem würdigen B-Movie. Die Special Effects sind mehr oder weniger am heimischen Computer entstanden, wirken aber dennoch, oder gerade deshalb überzeugend echt.  Es gibt manche Ähnlichkeiten zu "District 9", doch Monsters hat ein besseres Drehbuch, und nimmt sich selbst ernster, ist also keinswegs eine schräge Komödie. Eigentlich ist der Film eine Liebesgeschichte in einer "Endzone", denn die meiste Aufmerksamkeit gilt sicher der Beziehung zwischen Andrew und Samantha, schön. So sagt Edwards: ‘I wanted MONSTERS to be set after most monster movies normally end’ - und das ist ihm gelungen.

Wer Lust auf ein Update des „War of the Worlds“ Style B-Movie hat, der sollte sich Monsters unbedingt anschauen anschauen, von hier also Daumen hoch.

Und immer hübsch dran denken, spätestens seit "Night of the living death" wissen wir, das Böse im B-Movie steht immer für Verdrängte und Unterdrückte, für Vergessene und an den Rand Geschobene - doch sie schlagen zurück, möglicherweise, eines Tages. Wer sich angesichts der vortrefflichen Trümmerlandschaft dabei entdeckt an die Immobilienkrise zu denken, der ist bestimmt im falschen Film. ;)

[ Offizielle Website ]

 

 

 

 

 







Artikel Service