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17. 04. 2014
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Pandora's Box


30.11.2009 22:31 von:

Schlagwörter: Pandoras Box, Alzheimner, Türkei, Yesim Ustaoglu

(TB) Wie geht es eigentlich der türkischen Mittelklasse in der Türkei? Deutschland ist ein bevorzugtes Einwandererland türkisch stämminger Menschen (gewesen), wenn wir diese im Kino allerdings zu Gesicht bekommen, dann meist vor dem Hintergrund sozialer Probleme und Nöte, die sie in Deutschalnd haben.  

Nun kommt mit "Pandoras Box" ein Film von Yesim Ustaoglu in die Kinos der zeigt, dass die Türkei sich kaum von anderen globalisierten Ländern unterscheidet. Es sind ähnliche Sorgen, Nöte und Entwicklungen, die den Alltag der Menschen bestimmen.

In Pandoras Box zeigt Ustaoglu die Ereignisse, die in einer Familie ausbrechen, nachdem bekannt wird, dass die 90 jähriege Großmutter an "Alzheimer" leidet. Irgendwann ist die alte Dame plötzlich verschwunden, nach langem hin und her wird sie schließlich irgendwo in den Bergen, weit draußen, wiedergefunden. Nun ist klar, dass die "Oma" dauernd Hilfe benötigen wird. Nach einigen Diskussionen wird Nusret, so der Name der "Patientin", schließlich in die Metropole Istanbul gebracht um dort von ihren Kindern betreut zu werden. Die Ankunft der alten Nusret wirkt allerdings wie ein Katalysator für die Probleme, Konflikte und Sorgen ihrer Familienangehörigen. Immer wieder verschwindet Nusret, muss in der Megacity Istanbul gesucht und gefunden werden. Irgendwann scheint ihr das alles doch zu anstrengend und sie will nun unbedingt in ihr Dorf zurück.  

Der Titel verweist auf die Griechische Mythologie, einst waren in der Büchse der Pandora alle Übel der Welt gefangen, doch nun, nachdem sie geöffnet wurde, sind die Übel in der Welt und nicht in der Büchse.

Die Erkrankung Nusrets zwingt ihre Familie in eine konfliktbeladene Situation aus der diese zunächst keinen Ausweg findet. Die Probleme der Großmutter treten in den Hintergrund, die selbstgeschaffenen Probleme der übrigen Familienmitglieder treten in den Vordergrund.   Zwar sind die Handlungen der Protagonisten von dem Wunsch getragen wirklich helfen zu können, doch gelingt ihnen dies nicht. Hier geht der Film aus der eigentlichen Beschäftigung mit dem konkreten Fall hinaus, er zeigt wie Familienstrukturen zerbröseln, wie Entfremdung und Alltag eine Hilfestellung letztilich unmöglich machen.  

Ustaoglu ist eine behutsame Erzählerin, die detailverliebt und bisweilen poetisch ihr Augenmerk auf die alltäglichen Kleinigkeiten legt. Dabei arbeitet sie Konflikte vielschichtig heraus ohne letztlich eine Antwort geben zu wollen. In "Pandoras Box" sind ihre Bilder langsam, etwas getragen. Die Dialoge sind entscheidende Säule dieses realistischen Dramas.   Neben all den Sorgen und Nöten gibt es eine still-heitere Grundstimmung, zu der nicht zuletzt der völlig "bekiffte" Mehmet beiträgt.;)

Aber auch die Erkrankkung selbst führt natürlich, dies liegt in ihrem Wesen, zu allerlei tragisch-komischen Situationen.

Der Film erhielt auf dem Filmfestival San Sebastian die "Goldenen Muschel" als Bester Film und für die 90-Jährige Hauptdarstellerin Tsilla Cheltondie gabs die Goldene Muschel als Beste Hauptdarstellerin.  

Regie: Yesim Ustaoglu, Drehbuch: Selma Kaygusuz, Yesim Ustaoglu, Kamera: Jacques Besse, Schnitt: Franck Nakache Musik: Jean-Pierre Mas, Mit: Tsilla Chelton, Onur Ünsal, Derya Alabora, Övül Avkiran, Osman Sonant  

In Köln ab dem 23.12.2009 zum Beispiel in der "Filmpalette".  

 





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