Wetter

Boersen News



Ticket Auktion auf www.fanSALE.de


Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter

Follow us

29. 07. 2014
Seite drucken

Paranormal Activity


28.11.2009 16:49 von:

Schlagwörter: paranormal activity, Oren Peli, dämonisch, daumenkino

 

(TB) Seit "Blair Witch Project" hat man ja eigentlich schon länger darauf gewartet, dass mal etwas ähnliches passiert, nun ist es passiert, doch ich sage gleich vorweg es ist anders, es ist noch unprofessioneller, es ist so unprofessionell, dass man sich die Frage stellen muss ob es nicht doch gewollt unprofessionell, und damit halbwegs professionell wäre. Nebenbei hat man "BlairWitch" an vielen Stellen doch wenigstens schon angemerkt, dass es Filmstudenten waren. (Was immer den Verdacht des doch gewollten nährte;))

"Paranormal Activity" ist auch eigentlich garnicht "blairwitchmäßig", vielmehr erinnert "Paranormal Activity" eher an einen "Youtubepoltergeist". Niemand kann nun von mir erwarten irgendetwas ernsthaftes, jedenfalls den Film aesthetisch, formal betreffend zu schreiben.

Ich muss aber zugeben, dass das unmittelbare Verschwinden des "Dämonologen", der eigens gerufen wurde um das Haus eines von Dämonen heimgesuchten Paares zu säubern, mit den Worten "Ich spüre es ist ganz stark - ich muss jetzt gehen und komme später wieder um ihnen zu helfen", schon ganz okay war.

Nun Schwamm drüber "Paranormal Activity" einer der besten "youtubeartigen Feierabendfilme" den ich bisher gesehen habe.

Doch eigentlich ist doch die Frage viel interessanter was die Leute in die Kinos treibt um derartig reduzierte Filme anzuschauen. Filme in denen zwar halbwegs konzeptuell abgefedert durch Storyaspekte, die Amateurhaftigkeit erzwingen, der Ton ein blechernes Irgendwas ist, Lichtsetzung vom Kamerascheinwerfer besorgt wird, und eigentlich nur die Füße dauerhaft souverän ins Bild gesetzt werden. Offensichtlich gibt es, wohl durch das Netz der Netze inspirierte Dynamiken, die diese Art Film ermöglichen, dafür sorgen, dass sie ein Publikum finden. Ich muss zugeben auch mir geht es bisweilen manchmal so, dass es einfach mal gut tut nach all diesen Genies, all diesen komplexen Geschichten und hervorragenden Schauspielleistungen einen Film anzuschauen, der nicht verbergen kann, dass Kino auch irgendwann mal etwas mit Enthusiasmus, mit Experiment zu tun hatte, Betonung liegt auf irgendwann.

Durch die digitalen Medien ist es zu einer vielbeschworenen "Demokrtisierung der Produktionsmittel" gekommen. Viel entscheidender aber ist die Demokratisierung der Veröffentlichung und der PR, denn die entscheidende Hürde ist letztlich nicht die Technik, sondern die Veröffentlichung und das Marketing. Nun in Zeiten der allgegenwärtigen Videoplattformen kann nun ein jeder davon träumen mit ein paar Shots die knapp besser sind als das Familienvideo von der letzten Alpengipfelbesteigung zum Spielberg von morgen zu werden. Allerdings gibt es meiner Auffassung nach einen gewaltigen Haken, für den insbesondere "Paranormal Activity" steht, denn das eigentliche "Drehen" ist bei wirklich guten Filmen nur das Endergebnis eines langen Prozesses in dem es um Recherche, Story, Besetzung etc. geht. Genau an dieser Stelle hat sich nichts geändert, dieser Prozess ist langwierig, schwierig und hat nicht zuletzt einiges mit intelektuellen Anstrengungen vielfältigster Art zu tun. Im Rausch des einfachen und schnellen Produzierens ala "YouTube und Co." fällt dieser Aspekt weg, und dies ist auch "ParanormalActivity" in jeder Sekunde anzumerken. Genau wie in "BlairWitch" ist die Story simpel, plump, wenig überzeugend eine Krücke.

Vielleicht ist diese Form des Filmemachens die andere Seite der Medaillie eines völlig überzogenen Budget- und FX Voodos ala "Cameron-Titanic" - irgendwie besser oder durchdachter oder anspruchsvoller werden die Filme dadurch noch lange nicht.
Es ist ein wirklich übler Beigeschmack dieses Films, dass er trotz Gender Debatte und diversen Diskussionen um das heimeliege der trauten Ehe ausgerechnet sämtliche, eigentlich beinahe als viktorianisch zu bezeichnenden Klischees bedient. Dieses Grundsetting aber ist im Falle von "Paranormal Activity" Voraussetzung damit der Film überhaupt ansatzweise funktioniert. Am Ende hat die Dame ein Problem und scheint, wie in der Sex Szene angedeutet, gewisse Triebe nicht in den Griff zu bekommen, was SIE zu einer Mörderin werden lässt. Dem Kardinal wird es gefallen.

Angesichts diverser Entwicklungen am US Immobilienmarkt könnte man sicher einiges in den Fim reinorakeln, doch wie es eben so ist, man könnte - allein es müsste ein Beweis für die Absicht des Autors vorliegen, dieser existiert nicht.
Paranormal Activity ist ein Zufallsprodukt, volle Punktzahl gibt es für die Paramount Activitys und die absolut hervorragende Webekampagne. Und dies ist dann auch der Bezug zur Wirtschaftskrise, denn das Einsparpotential ist enorm, Kameraleute, Drehbuchautoren und Schauspieler können gefeuert werden, das treibt dem Revisor ein breites Grinsen ins Gesicht, geradezu ein paranormales Grinsen.;)
Derweil hat sich Regisseur Oren Peli zur "Area 51" vorgearbeitet, wie überraschend werden dort drei Teenager möglicherweise auf seltsame Lebensformen stoßen, was sie mit der Handkamera dokumentieren werden (vermute ich mal, ne).
"Paranormal Activity" erhält von hier keine Wertung, statt dessen ein Holiday Ticket"für den Regisseur.;).  

 







Artikel Service