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29. 07. 2014
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"The Tourist" - Kommt ein Amerikaner nach Venedig


09.12.2010 17:14 von:

Schlagwörter: Donnersmarck, Venedig, The Tourist, Film

(TB) Nun, kaum ein Film wurde mit soviel Spannung erwartet wie „The Tourist“ stammt er doch von Florian Henckel von Donnersmarck, der mit „Das Leben der Anderen“ einen recht beachtenswerten Film vorlegte. Ein Film der für ihn die Eintrittskarte nach „Hollywood“ war. Ja so manch einer schien schon den Stern eines neuen Aschenbach oder Sternberg aufgehen sehen.

Um es gleich vorweg zunehmen, darauf werden wir noch warten müssen, denn „The Tourist“ ist Lichtjahre von der Qualität des letzten Donnersmarck Film entfernt.

Worum geht es?

Der Film wird auf jeden Fall als ein Remake gehandelt, so ganz sicher ist man sich allerdings nicht welcher Film nun genau Pate stand (und ich bin es mir auch nicht), die meisten Ähnlichkeiten dürften zu Hitchcocks „Über den Dächern von Nizza“ bestehen, ein solider Thriller, der wiederum auch für "Fluchtpunkt Nizza" gewisse Ideen lieferte. Nun - nach all den Wirren rund um dieses Projekt, sind Versatzstücke aus zig Produktionen erkennbar. Vielleicht hat manch amerikanischer Zuschauer gar Aschenbach mit seinem „Tod in Venedig“ wieder auferstehen sehen, aber, davon blieb dann allenfalls eine rudimentäre Ähnlichkeit in der Story.


Kommt ein Amerikaner (Frank:Jonny Depp) nach Venedig – um, na was schon, sich von einem schweren Schicksalsschlag zu erholen, unterwegs im Zug trifft er die schöne und natürlich geheimnisvolle Frau (Elise:Angelina Jolie). In Venedig angekommen, steigen die beiden in der Luxussuite von Elise ab, unvorhergesehenerweise. Am andere Morgen ist Ellis verschwunden, dafür taucht die obligatorische russische Mafia in Form des Milliardärs Ivan (Steven Berkoff) auf. Nun beginnt die Jagd durch Venedig – ein Katz- und Mausspiel, auch mit High – und Überwachungstechnik, bei dem Frank zwischen alle Fronten gerät …..

Eine typische Thrillerstory mit romantischem Touch.

Wenigstens an der Oberfläche gelingt es Donnersmarck einen sehr eleganten Eindruck zu vermitteln, was beinahe naturgemäß eher an Ivan und an Ellis als an Frank liegt, nein Jonny Depp ist nicht der Schauspieler, den man in einer derartigen Story besetzen sollte, er ist überfordert, und bleibt letztlich an seine vergangenen Rollen als romatisch, träumender Freak gebunden. Angelina Jolie müsste, bei einer derartigen Story in die Fußstapfen von Grace Kelly treten, das kann überhaupt nicht gelingen, denn Grace Kelly ist eine Ikone, davon ist Jolie weit entfernt, dennoch gelingt es ihr die elegante Oberfläche des Films gut zu unterstreichen. Wenn man also nicht an das Original denkt, dann funktioniert es ganz gut. Vielleicht hat ja auch jede Zeit die Grace Kelly, die sie verdient.

Der Film versucht sich an einigen Hitchcock Zitaten, ohne je eine einzige eigene überzeugende Regieidee zu liefern. Es geht um ein Katz und Mausspiel, was mit den Kanälen und Pallazi und Plätzen in Venedig ja auch wirklich atemberaubend hätte in Szene gesetzt werden können. Donnersmarck macht daraus eine Art James Bond in Zeitlupe. Nein, wenn man aus dem Kino kommt, dann bleibt da nichts zum Nachdenken, nichts versetzt einen in irgendeine besondere Stimmung, alles bleibt so wie zuvor. Die Erwartung vor Beginn des Films ist das spannendste Gefühl. „The Tourist“ ,diesmal schaue ich die Filme der Anderen ein zweites mal.

Fairerweise muss hier aber auch erwähnt werden, dass dieses Projekt eine lange und wirre Vorgeschichte hat. Mehrere Projekte kamen nach dem Wechsel Donnersmarcks nicht so richtig in Fahrt, weder ein Thriller mit N. Cage, noch ein Verschwörungsthriller mit, ausgerechnet, Tom Cruise. Zunächst lehnte Donnersmarck auch "The Tourist" ab, sagte aber schließlich doch noch zu. Also einer dieser seltsamen Filme, die eigentlich keiner wirklich machen wollte, dabei stammt das Buch zum Teil aus der Feder von McQuarrie, der mit "Die üblichen Verdächtigen" einen fast zum Kult gewordenen Film schrieb.

 

Produktion: GK Films, Columbia Pictures, Spyglass Entertainment, Birnbaum/Barber
Mit: Angelina Jolie, Johnny Depp, Paul Bettany, Timothy Dalton, Steven Berkoff, Rufus Sewell, Christian De Sica
Regie: Florian Henckel von Donnersmarck
Buch: Donnersmarck, Christopher McQuarrie, Julian Fellowes







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