25. 05. 2012
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Christopher Wool erhält Wolfgang-Hahn-Preis 2009
Christopher Wool (54) gehört zu den renommiertesten Gegenwartskünstlern. Schon mehrfach waren Werke des in New York lebenden Künstlers zu sehen, zuletzt vor zwei Jahren in eben jenem Museum, in dessen Eingangsfoyer der US-Amerikaner nun mit dem renommierten Wolfgang-Hahn-Preis 2009 ausgezeichnet worden. Der Preis, gestiftet vom Kölner Verein für Moderne Kunst e.V. und organisatorisch unterstützt von der Stadt Köln – zählt zu den renommiertesten und höchstdotierten Ankaufpreisen in Europa. Der Preisträger soll nach den Statuten der Auslober einer von "internationalem Renommee" sein. "Mit dem Wolfgang-Hahn-Preis sein Schaffen zu würdigen und Arbeiten von ihm für das Museum zu erwerben, freut uns außerordentlich", erklärte der Vorsitzende der Gesellschaft für Moderne Kunst, Dr. Wolfgang Bornheim. Das Museum hat aus gegebenem Anlass am gestrigen Abend den geladenen Gästen der Preisverleihung auch gleich einen ersten Blick in die aktuelle Wechselausstellung gestattet. Dort sind neben den neu erworbenen Werken des Preisträgers unter anderem auch 30 großformatige Arbeiten des Künstlers sowie die 160-teilige Fotoserie des Künstlers gezeigt. Sie entstand 1995 und trägt den Namen "East Broadway Breakdown".
Künstler ohne Allüren
Alle Laudatoren des Abend lobten die hohe Kunst des in New York lebenden Malers. Bornheim zeigte sich in seiner Ansprache besonders erfreut, dass trotz Wirtschaftskrise die Fortsetzung des Preises dank der Unterstützung von Mitgliedern und ehemaligen Preisträgern für die kommende Zeit gesichert ist. Erstmals veranstaltete die Gesellschaft für Moderne Kunst im vergangenen Jahr ein Fund Raising Dinner und die Versteigerung von Sachspenden brachte zusätzliches Geld ein. 50 Vorschläge für Gegenwartskunst musste die Jury in dieser Ausgabe bewerten. Der Künstler selbst reagierte mit seiner ihm eigenen Bescheidenheit, die sich auch in seiner Kunst wiederfindet. "Es gibt wenige Künstler, die so unpathetisch sind und so wenig den Nimbus eines Künstlers mit sich tragen", lobte Museumsdirektor Prof. Kasper Krämer die zurückhaltende und unprätenziöse Art des Künstlers. Regina Wyrwoll, Generalsekretärin der Kunststiftung NRW, hingegen lobte das Museum als Vorzeigekulturbetrieb in Nordrhein-Westfalen. "Das Museum Ludwig ist das Leitmuseum in Nordrhein-Westfalen für zeitgenössische Kunst. Sie unternehmen immer wieder Dinge, die nicht so leicht zu finanzieren sind. Sie können stolz auf ihr Museum sein", lobt die Kunstförderin, die in der Domstadt lebt und in Düsseldorf arbeitet. Ein Lob, das Oberbürgermeister Fritz Schramma gerne aufnahm. "Köln ist eine Stadt der Kunst", erklärte der erste Bürger der Domstadt.
Am Dienstag kommender Woche wird es im Rahmen der Ausstellung zu Ehren des Preisträgers eine Veranstaltung der besonderen Art im Museum geben. Der Punkrocker und langjährige Freund des Künstlers, Richard Hell, wird dann über die Arbeit Wools reden. Beide verbindet über die Freundschaft hinaus eine enge künstlerische Affinität. Hell hat bereits zahlreiche Texte zu den Kunstwerken Wools geliefert. Die Ausstellung selbst wurde vom Museu de Arte Contemporâneo aus Porto organisiert und durch die Kuratoren Ulrich Loock und Julia Friedrich koproduziert. Die Werkschau vollzieht dabei den künstlerischen Werdegang des Gegenwartsmalers nach, der mit seinen "World Paintings" Ende der 80er Jahre bekannt wurde. Zu dieser Zeit nahm Wool an mehreren renommierten Kunstmessen in Deutschland und den USA teil. In der Folge stellte er seine Werke in zahlreichen Einzelausstellungen vor. Bei seinen Bildern wendet Wool innovative Methoden der "Bildbearbeitung" an. So sprüht er unter anderem auch Linien auf eine Leinwand, die er danach mit einem mit Lösungsmittel getränkten Tuch wieder verwischt. Das dadurch neu entstandene Bild zeigt das Interesse des Künstlers an Abstraktion. Ähnlich arbeitet Wool auch in seinen Siebdruckarbeiten.
Die Ausstellung zu Christopher Wool ist im zweiten Obergeschoss des Museums noch bis zum 12. Juli dieses Jahres zu sehen. Der Ausstellungskatalog umfasst zwei Bände und ist in der Buchhandlung König zum Preis von 34 Euro erhältlich. Der Wolfgang-Hahn-Preis erinnert an den 1987 verstorbenen ehemaligen Chefrestaurator des Wallraf-Richartz-Museums und Kunstsammler. Er wird jährlich vergeben und gilt als höchstdotierte Ankaufpreis für moderne Kunst.

























