25. 05. 2012
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Die erste Adresse für Kabarett
(js) Begonnen hatte es mit einem Mitschnitt der "Stunksitzung", es folgte das letzte Soloprogramm von Harald Schmidt. Dann leckte Alexander Stelkens Blut, heute ist seine CD-Produktion und -Verlag "WortArt" in Sachen Kabarett und Comedy bei Breite, Vielfalt und Qualität Marktführer in Deutschland. Am vergangenen Wochenende wurde im neuen Comedia Theater der 15. Geburtstag gefeiert.
Gut hundert Künstler und Künstlerinnen sind aktuell bei WortArt vertreten – bekannte wie Jochen Busse, Bernhard Hoecker, Georg Schramm, Lisa Fitz, Horst Schroth, Urban Priol oder Rolf Miller. Viele von ihnen wurden bei WortArt groß, "wir hatten sie schon unter Vertrag, als sie noch nur 500 CDs verkauften", sagt Stelkens. Ähnliche Karrieren erhofft man sich auch von noch eher Unbekannte wie Alfred Dorfer, Christoph Sieber oder Luise Kinseher. Stolz ist man auch auf Horst Evers. "Wir haben ihn früh entdeckt und bei seinem Aufbau geholfen", sagt Geschäftsführerin Anke Rose. Inzwischen hat der Berliner schon vier CDs mit seinen skurrilen Alltagsgeschichten herausgebracht. Und natürlich ist die reiche Kölner Szene bei WortArt zu Hause – Richard Rogler, Kalle Pohl, Wilfried Schmickler, Guido Cantz oder Cordula Stratmann, um nur einige zu nennen. "Wir bringen, was uns gefällt", erläutert Stelkens die Hausphilosophie. Der heute 42-Jährige liebte Kabarett schon als Junge. "Ich habe zwar nicht verstanden, was ich da im Fernsehen sah, aber es hat Spaß gemacht", erinnert er sich. Heute reist er quer durch Deutschland, um vielversprechenden Nachwuchs zu finden, "außerdem kennt man uns inzwischen und wir erhalten immer wieder Tipps".
Etwa 200 Titel listet das Programm insgesamt derzeit auf. Spitzenreiter ist Dieter Nuhr mit 80.000 verkauften CDs, mit seiner DVD "Nuhr vom Feinsten" schaffte er es sogar zu einer Goldenen DVD, die gibt es für 25.000 verkaufte Exemplare. Um einem Irrtum vorzubeugen: Der Umsatz wird nicht bei den Pausenverkäufen während der Künstlerauftritte gemacht, sondern "zu 95 Prozent im Handel", stellt Stelkens klar. Und das Geschäft boomt. Trotz oder gerade wegen der Wirtschaftskrise. "In schwierigen Zeiten scheinen die Menschen zurück zum intelligenten politischen Kabarett zu finden", beschreibt Rose die Tendenz und den Trend weg von der Comedy. "Unser Umsatz bewegte sich in den letzten Jahren um die 2,5 Millionen Euro, Tendenz stetig steigend", sagt sie. Der Erfolg hat auch Auswirkung auf die Arbeitsplätze: Der ehemalige Zwei-Mann-Betrieb beschäftigt heute sieben Angestellte. "Hinzu kommen etwa die Techniker bei den Aufnahmen", so Stelkens. Zum Erfolg trägt auch eine kleine Hörspielreihe bei. Mit der "Vertonung" der Abenteuer des legendären Geisterjägers John Sinclair, von "Herr der Ringe" oder "Starwars" sind kleine Kostbarkeiten gelungen.

























