25. 05. 2012
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Die Frau, die die Musik verlangsamte
(ehu) Sie war der Schrecken der Traditionsverfechter: Mit ihrem „Tempo giusto“ mischte Grete Wehmeyer in den 1980er Jahren die eingefahrene Musikszene auf. Sie verstand darunter die „Entschleunigung der klassischen Musik“, die ursprünglich mit der halben Geschwindigkeit gespielt worden sei wie in der heutigen Zeit der Fingerartisten etwa am Klavier. Sie „Wiederentdeckung der Langsamkeit“ übertrug sie auch auf das gesamte Leben. Am 18. Oktober ist die Kölner Pianisten und Musikwissenschaftlerin wenige Tage nach ihrem 86. Geburtstag gestorben.
Einen Namen hatte sie sich auch als Expertin für Erik Satie gemacht. Ihre 1974 erschienene Biographie gilt bis heute als das deutschsprachige Standardwerk über den den französischen Komponisten und Pianisten. Sie schrieb zahlreiche Bücher – unter anderem über Max Reger, das Lachen in der Musik von Richard Wagner und Jacques Offenbach und eine „Kriminalgeschichte der Europäischen Klassischen Musik“ – und spielte mehrere Platten ein. Seit 1965 gab sie für das Goethe-Institut in der ganzen Welt Konzerte, 1982 bis 1984 hatte sie eine Gastprofessur für Klavier an der Musashino-Akademie in Tokio. Ihre Klavierschüler schätzten ihr Einfühlungsvermögen.
Für Schlagzeilen sorgte sie Anfang der 1980er Jahre, als sie ihr Haus in Lindenthal durch aufgemalte Bretter in ein Blockhaus verwandelte – was nicht allen Nachbarn gefiel.

























