25. 05. 2012
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Ein Schweizer wird Nachfolger von Schauspiel-Chefin Karin Beier
(ehu) Angst vor den großen Fußstapfen seiner Vorgängerin hat Kölns neuer Schauspielintendant in spe Stefan Bachmann nicht. "Angst ist ein schlechter Ratgeber", sagte er. Immerhin wurde er auch schon viermal zum Berliner Theatertreffen eingeladen und hat das Theater Basel zum Titel "bestes Theater im deutschsprachigen Raum" geführt. Und schon 1996 hatten ihn Kritiker zum besten deutschen Nachwuchsregisseur gekürt.
Am Donnerstag stellte OB Jürgen Roters den 45-Jährigen als seinen Kandidaten vor, der Rat der Stadt soll die Wahl noch in diesem Jahr absegnen. Am 1. September 2013 wird Bachmann dann die Stelle von Karin Beier antreten, die an das Schauspielhaus Hamburg wechselt.
Bachmann setzte sich gegen neuen Konkurrentinnen und Konkurrenten durch
Die Nachfolge-Suche war diesmal allein Sache von Kulturdezernent Georg Quander. Er hatte mit insgesamt zehn Kandidatinnen und Kandidaten verhandelt. Alle seien an Köln interessiert gewesen, so Quander. Bachmann habe er dann dem Obrbürgermeister vorgeschlagen, weil er nicht der Typ des Manager-Intendanten, sondern des künstlerischen Intendanten sei und deshalb in bester Kölner Tradition stehe.
Ausschlaggebend war aber, dass Bachmann sich getraut habe, dass Theater auch in der schwierigen Bauzeit mit einer Interimspielstätte zu übernehmen. Das schlägt sich auch im Arbeitsvertrag nieder, der über fünf Jahre läuft. Darin ist festgelegt, dass Bachmann mindestens drei Jahre in einem fertigen Schauspielhaus arbeiten kann. Sollten die Umbauarbeiten länger dauern als geplant, wird der Vertrag entsprechend jeweils um ein Jahr verlängert.
Nach zehn Jahren Selbstfindung wieder eine Festanstellung als Intendant
Festangestellt arbeitete Bachmann – er wurde 1966 in Zürich geboren – zuletzt von 1998 bis 2003 als Chef des Theaters Basel, danach wie zuvor schon vorwiegend als freier Regisseur. "Da gab es schon manchen Flirt mit einer neuen Festanstellung", sagte er bei seiner vorstellung. "Aber ich war damals der jüngste Intendant im deutschsprachigen Raum, und diese Dekade habe ich gebraucht, um meiner Biografie hinterherzukommen." Er werde jetzt mit Lust und nicht unter Druck arbeiten.
Spruchreife konkrete Vorstellungen über seine Arbeit in Köln habe er noch nicht. Erst müsse er die Stadt und seine künftigen Mitarbeiter kennen lernen. Gedanken hat er sich aber schon über eine Interimspielstätte während der Bauzeit gemacht. Sie sollte nicht im Stadtzentrum liegen, sondern in einem Bezirk mit "theaterfernen Bevölkerungsschichten". Das sei dann auch ein "spannendes soziales Projekt".
Beiers Nachfolger übernimmt ein "exzellent aufgestelltes Haus"
Da sieht er durchaus Ähnlichkeiten mit der Arbeit von Karin Beier, die Theater ebenfalls als Dialog mit dem Ort und dessen Menschen versteht. Von deren Kölner Arbeiten, gab er zu, kennt er allerdings nur die Jelinek-Trilogie "Das Werk/Der Bus/Ein Sturz". "Eine sehr schöne Arbeit und ein knackevolles Theater", lobte er. Er freue sich, "ein exzellent aufgestelltes Haus" zu übernehmen.

























