25. 05. 2012
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Freispruch für Dogan Akhanli
(ehu) Freigesprochen hat am Mittwoch ein Gericht in Istanbul den Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli vom Vorwurf des Raubs und Totschlags. Er soll 1989 an einem tödlichen Raubüberfall beteiligt gewesen sein. Akhanli floh nach Deutschland und nahm später auch die deutsche Staatsbürgerschaft an. Als er im vorigen Jahr in die Türkei einreisen wollte, um seinen todkranken Vater zu besuchen, wurde er verhaftet. Nach öffentlichen Protesten wurde er aus der U-Haft entlassen, erhielt aber ein Einreiseverbot, so dass er nicht an dem jetzt abgeschlossenen Prozess teilnehmen konnte. Die Staatsanwaltschaft kann innerhalb von sieben Tagen beim Obersten Berufungsgericht in Ankara Einspruch gegen das Urteil einlegen.
Türkische Intellektuelle hatten das Verfahren als Spätfolge nationalistisch geprägter Gesinnungsjustiz kritisiert. Akhanli sei Opfer des Erbes des Militärputsches von 1980, der sich vor allem gegen die Linke in der Türkei richtete. Zahlreiche deutsche Autoren und Künstler hatten ebenso wie Kölns OB Jürgen Roters gegen die Verhaftung protestiert, die ihrer Ansicht nach politisch motiviert war. Zwei ehemalige Zeugen hatten ihre damaligen Aussagen zurückgezogen, sie seien durch Folter erpresst worden.

























