25. 05. 2012
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Kölner Künstlerin erhält Düsseldorfer Kunstpreis 2008
Das Rennen machte die Kölner Künstlerin Rosemarie Trockel.
Der renommierte Kunstpreis ist mit 55.000 Euro dotiert und wird seit
der ersten Düsseldorfer Quadriennale im Jahr 2006 vergeben. Bisherige
Preisträger waren der US-amerikanische Künstler Bruce Nauman (2006)
sowie die in Amsterdam lebende Künstlerin Marlene Dumas (2007).
Düsseldorfs Kulturdezernent Hans-Georg Lohe verkündete die Entscheidung
nach der entscheidenden Jury-Sitzung, die am heutigen Freitag im
Düsseldorfer Rathaus getagt hatte.
"Die Jury hob die Vielseitigkeit und radikale Experimentierfreude
hervor, die das Werk von Rosemarie Trockel auszeichnet. Ihre Arbeit,
die sich in keine Kategorie einordnen lässt, wurde als richtungsweisend
und als Orientierungspol für jüngere Generationen bezeichnet: dem
spielerischen Oszillieren zwischen den Medien Zeichnung, Skulptur,
Video entspricht das freie Vagabundieren der künstlerischen
Bedeutungen, angeregt durch ihre Beschäftigung mit Anthropologie,
Soziologie und Mathematik. Der Preis gilt einer auch politisch
engagierten Künstlerin, die bereits früh internationale Anerkennung
erfahren hat, was sich durch eine große Anzahl von Ausstellungen in
wichtigen Kunstinstitutionen weltweit manifestiert“, hieß es in der
Begründung der Jury-Entscheidung.
Zum Auswahlgremium des Kunstpreises gehören unter anderem Stadtdirektor
Helmut Rattenhuber, der das Gremium leitet, Kulturdezernent Lohe, der
Vorsitzende des Düsseldorfer Kulturausschusses Friedrich G. Conzen
sowie der nordrhein-westfälische Staatssekretär für Kultur
Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff. Insgesamt besteht das Gremium aus elf
Personen, darunter auch Künstler und Kulturjournalisten. Die Künstlerin
wurde am 13. November 1952 in Schwerte geboren und kam 1974 nach Köln.
Vier Jahre studierte sie an der Werkkunstschule in Köln Malerei,
anschließend begann Trockel ihre Laufbahn als freie Künstlerin. Neben
der Malerei und Zeichnungen engagierte sich die vielseitige Künstlerin
auch in Skulpturen, Installationen und bereits seit Ende der 80er Jahre
auch als Arrangeurin für Videokunst. Sie gehört nach Meinung von
Experten der „konzeptualistischen Schule“ an und erregte mit ihren
Arbeiten und Ausstellungen weltweite Aufmerksamkeit. Nach ihrem
internationalen Durchbruch durch die große Retrospektive in der
Hamburger Kunsthalle im Jahr 1998 stellte Trockel ihre Werke unter
anderem auch im renommierten Pariser Centre Pompidou aus. Das Kölner
Museum widmete ihr 2005/2006 unter dem Titel „Menopause“ eine
Überblicksschau ihrer gesammelten Werke seit 1980.
Trockel lehrt seit 1997 als Professorin an der Kunstakademie
Düsseldorf. Seit vielen Jahren belegt sie im "Kunstkompass", einer
Liste der 100 bedeutendsten Künstler der Gegenwart, beständig den
vierten Platz – nach Sigmar Polke, Gerhard Richter und Bruce Naumann,
Düsseldorfs erstem Preisträger. Der Düsseldorfer Kunstpreis zählt zu
den renommiertesten Preisen für Gegenwartskunst in Deutschland. Die
Stadt will damit ihren Ruf als Kunstmetropole weiter ausbauen, die
Dotierung stammt aus dem Kommunaletat der Landeshauptstadt.

























