25. 05. 2012
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Kölner Kultur-Scouts wollen Jugend mitnehmen
Die Idee entstand aus einem Zufall. Dietmar Kobboldt, Leiter der Kölner Studiobühne, las ein Interview mit dem Kölner Kulturdezernenten Prof. Georg Quander, das der mit einer Wochenzeitung geführt hatte. Noch am gleichen Abend schrieb der amtierende Vorsitzende der Kölner Theaterkonferenz an Quander, warum der Chef der Kölner Konjunkturverwaltung im Konjunktiv auf die Frage antwortete, wie er junge Menschen an die Kultur heranführen wolle. „Ich würde sie an die Hand nehmen“, antwortete Quander damals. Nach zahlreichen Gesprächen wurde innerhalb eines Jahres aus dem Konjunktur ein Indikativ. Am gestrigen Montag stellten die Initiatoren im Museum Schnütgen vor. Den Anfang macht die zehnte Klasse der Elly-Heuss-Knapp-Realschule im kommenden Monat den Anfang. Im April 2012 folgt dann eine weitere Klasse der Jugendwerk Köln JWK gGmbH. Die jungen Männer und Frauen absolvieren derzeit beim Kölner Autobauer Ford eine so genannte „Einstiegsqualifizierung“. Einige der Realschülerinnen und Realschüler werden dabei bereits im kommenden Jahr in Kleinstgruppe von zwei oder drei Personen mit einem Kölner Kultur-Scout ein Museum, Theater oder eine Lesung besuchen. Das Ganze soll als Vorbereitung für die kommende zentrale Abschlussprüfung dienen. Thema ist dann „Recht und Gerechtigkeit“, wie die Verantwortlichen ausführten.
„Wie bekommen wir junge Menschen dazu, in lockerer Atmosphähre dazu, die berühmte Schwelle zu überspringen“, so die zentrale Frage, die den Kulturverantwortlichen der Stadt umtrieb, als er über das Projekt nachdachte. „Einen persönlichen Zugang schaffen“, so die einfache, wie einleuchtende Antwort Quanders. Mit einem, zwei oder drei Schülerinnen und Schüler wollen die mitmachenden Kultur-Scouts die Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf Kulturveranstaltungen mitnehmen und dabei mit dem Nachwuchs in Kontakt treten. So soll nicht nur der Funke der kulturellen Leidenschaft auf die Jugend überspringen, sondern zugleich auch neue Impulse für die Kulturverantwortlichen dieser Stadt einfließen. Neben Quander machen auch die kulturpolitischen Sprecher der vier großen Ratsfraktionen sowie viele Intendanten und Direktoren der freien und städtischen Kultureinrichtungen an der Aktion mit. Die Koordinierung der Partner und der beteiligten Kulturbetriebe liegt in der Hand des Kölner Museumsdienstes. Sogar der Taxiruf Köln beteiligt sich an der Aktion. Damit die jungen Leute nach dem Theaterbesuch nicht im Dunkeln und alleine den Heimweg antreten, werden die Taxifahrer sie kostenlos nach Hause bringen, wie Quander ausführte.
Für die 22 Realschülerinnen und Realschüler, die ab dem kommenden Monat mit den Experten gemeinsam auf kulturelle Entdeckungsreise gehen, ist es damit aber noch nicht getan. In Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfung werden die Jugendlichen nach dem Besuch informierende Sachtexte dazu verfassen, die wiederum Grundlage für Diskussionen sein werden, wie Musik- und Deutschlehrerin Monika Willems erläuterte. „Sie erwerben damit Kompetenzen, die ihnen die Lehrpläne in dem Fach abverlangen“, so Willems weiter. Bisher stehen sieben „Kulturtermine“ fest, darunter Besuche im Museum Ludwig, der Kölner Oper („Jugendoper Border“), dem Museum Schnütgen, dm jungen Literaturhaus oder auch der Studiobühne. „Ich freue mich, mit den jungen Leuten in Kontakt zu kommen“, erklärte Kobboldr, stellvertretend für die anderen Kulturschaffenden der Stadt. „Hier können die Jugendliche Kunst im wahrsten Sinne des Wortes veranschaulichen“, ergänzte die stellvertretende Leiterin des Museums Schnütgen, Dr. Dagmar Täube. Dass bis auf die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Brigitta von Bülow, die Scouts keine studierten Pädagogen sind, muss dabei kein Nachteil sein. Für Irritation sorgte lediglich die Überschrift der Presseerklärung, dort wurden die mitmachenden Scouts als „Prominente“ bezeichnet. Auch wenn große Namen fehlen, der Austausch soll nach dem Konzept in beide Richtungen gehen, so der Einwand auf diese Kritik.

























