25. 05. 2012
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Museum bekommt Flughäfen geschenkt
(js) Ironie des Schicksals: Um heute abend bei der Verleihung des Wolfgang-Hahn-Preises dabei zu sein, musste das Schweizer Künstlerduo Peter Fischli und David Weiss statt – wie geplant – mit dem Flugzeug mit der Bahn anreisen. Die Aschewolke aus Island hatte das Drehbuch geschrieben. Am Freitag konnten sie dann schon einmal an der Pressepräsentation ihrer "Airport"-Bilder im Museum Ludwig teilnehmen.
Der Wolfgang-Hahn-Preis, mit 120.000 Euro einer der höchstdotierten Kunstpreise Deutschlands, ist ein Ankaufspreis. Verliehen wird er seit 25 Jahren von der "Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig". Diese hatte mit 40 Mitgliedern begonnen, heute hat sie rund 600, die ihr Scherflein zum Preisgeld beitragen. Auch die Stadt steuert etwas dazu bei. Eine Jury, beraten vom Museumsdirektor, trifft die Auswahl in der Regel so, dass eine wichtige Lücke im Museumsbestand geschlossen wird. Diesmal waren Fischli/Weiss die Glücklichen.
Das Museum besitzt schon zwei der überdimensionalen Fotos aus der "Airport"-Serie, die in den Jahren von 1988 bis 2008 entstand. Sie zeigen Flugzeuge auf Flughäfen. Banale Szenen, nichts anderes als die mittelmäßigen Aufnahmen eines Amateurfotografen, trunken von der Freude am ersten Flug. Durch das Aufblasen des Formats erhalten sie eine Pseudo-Wichtigkeit – ein beliebtes Thema in der Arbeit der Schweizer. Hausherr Kasper König freut sich über die "phantastische, essenzielle Erwerbung". Dazu gehört auch eine Gipsskulptur von vier Frauen, die sich als aktuell arbeitslose Stewardessen lesen lässt, und eine neu gestaltete Radio-Installation. Die Werke werden dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.
Erstmals wird die Preisverleihung von der Ausstellungsreihe "gesehen & geliebt" begleitet. Hier sollen private Sammler Einblick in ihre Sammlungen geben. Zunächst sind fünf Ausstellungen geplant, den Auftakt macht Rosemarie Trockel, selber Hahn-Preisträgerin 2004. Sie zeigt Arbeiten – hauptsächlich Zeichnungen, aber auch einige Keramiken – der hierzulande eher unbekannten US-Künstler Ricky Clifton, Kurt Hoffman und Curtis Anderson (heute ihr Lebensgefährte). Trockel tauschte sie gegen eigene Arbeiten, als sie in den frühen 80er Jahren in New York arbeitete.
"gesehen & geliebt" – bis 16.5., Museum Ludwig, Di-So 10-18 Uhr, jeden ersten Donnerstag im Monat 10-22 Uhr, Eintritt: 9/6 Euro, am ersten Donnerstag jeden Monats 4,50/3 Euro.

























