25. 05. 2012
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Never change a winning team
(js) Ein zufriedenes Trio präsentierte sich am heutigen Freitag im Rathaus: Die Tinte war noch frisch, mit der gerade Oberbürgermeister Jürgen Roters und Kulturdezernent Prof. Georg Quander mit Museumschef Dr. Andreas Blühm dessen Vertrag um weitere fünf Jahre verlängert hatten. "Er soll die guten Ergebnisse seiner ersten Amtszeit ernten", sagte Quander und listete die erfolgreichen Änderungen im Wallraf-Richartz-Museum/Foundation Courboud (so der komplette offizielle Name) auf: die Neupräsentation der Dauerausstellung, das neue großzügige Foyer, originelle Sonderausstellungen, die weltweit Werbung für Köln machen, die Beinah-Verdopplung der Zuschauerzahlen auf 190.000 im Jahr 2008. Was er vergaß: Blühms Werbecoup, den langen Hausnamen trendy auf "das Wallraf" zu verkürzen.
"Ich freue mich riesig, bleiben zu können", gab Blühm die Komplimente zurück und sagte, er halte an den Zielen fest, die er sich schon für seine erste Amtszeit gesetzt hatte. Dazu gehört die langfristige Stabilisierung der jährlichen Zuschauerzahlen bei 200.000 und sein Haus zum "besucherfreundlichsten Museum in Deutschland" zu machen. Diesen Weg habe er unter anderem mit neuen Beschriftungen und Angeboten für Kinder wie dem Museumsbus eingeleitet. Ein zweiter Aufzug soll den Besuch für Behinderte komfortabler machen.
Als Ausstellungen kündigte er noch für dieses Jahr "Auf Leben und Tod" an, in der Fotos mit mittelalterlichen Bildern konfrontiert werden. 2011 will er an den vergessenen französischen Maler Alexandre Cabanel erinnern, den "Gegenspieler" der Impressionisten. Zum 150. Geburtstag des Museums will er im selben Jahr das Depot öffnen und die Besucher ihr Lieblingsbild wählen lassen. 2012 soll die Sonderbundausstellung rekonstruieren, mit der Köln 1912 zum Mittelpunkt der modernen Kunstwelt wurde.
Mit Roters und Quander ist sich Blühm einig, dass möglichst bald die Erweiterung des Museums in Angriff genommen werden muss. Diese wurde immerhin dem Stifter der Impressionisten-Sammlung, Gerard Corboud, vertraglich zugesichert. Mit seiner Bemerkung "Das Bauen ist nicht das Problem" löste Blühm allerdings leises Lachen aus. Auch die weitere Verselbstständigung des Museums will er voran treiben. Dem wurde im neuen Arbeitsvertrag unter anderem dadurch entsprochen, dass das Museum aus eigenen Mitteln eine zusätzliche Stelle für Museumsdidaktik schaffen darf. Außerdem kann der Etat nach eigenem Ermessen auch für Neuerwerbungen genutzt werden. Mit Kopfschütteln reagierte der alte und neue Museumschef auf den Sparvorschlag der Kämmerei, die Haustemperatur zu senken und so Heizkosten zu sparen: "Aus konservatorischer Sicht ein Unding."

























