25. 05. 2012
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RGM: Der Lotse geht von Bord
Prof. Handgerd Hellenkemper wird zum Ende dieses Quartals aus dem aktiven Dienst an der Spitze des Römisch-Germanischen Museums ausscheiden. Wie die Stadt am heutigen Donnerstag bekannt gab, hatte der Leiter der Kölner Bodendenkmalpflege erst in der Vorwoche sein 65. Lebensjahr vollendet. Hellenkemper trat 1972 als Assistent des damaligen Museumsdirektors und späteren Generaldirektors der Kölner Museen, Prof. Dr. Hugo Borger, seinen Dienst an. Zu dieser Zeit stand nur der Rohbau des Römisch-Germanischen Museums. Als es im März 1974 eröffnet wurde, gehörte Hellenkemper zwar zu Borgers Museumsteam, war aber hauptsächlich mit der Bodendenkmalpflege beschäftigt. 1978 wurde er als Nachfolger von Peter La Baume Direktor am Römisch-Germanischen Museum und übernahm damit die Verantwortung für die Sammlungen des Hauses. Nach dem Ausscheiden von Hugo Borger 1991 änderte sich sein Titel in Direktor des Römisch-Germanischen Museums, und 1995 übernahm er von Prof. Hiltrud Kier die Leitung der Kölner Bodendenkmalpflege.
"Er hat an der Geschichte der Stadt mitgeschrieben", lobte auch Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters die Verdienste des langjährigen Leiters. Große Verdienste erwarb sich der angehende Pensionär auch bei der Erforschung der Landesgeschichte. Zahlreiche Fachtagungen fanden in Köln statt, auch dies ein Beweis für die internationale Anerkennung seiner Arbeit, hieß es dazu weiter. Von Anfang an fand Hellenkemper neue Mittel und Wege, um sein Haus in Abschnitten zu erneuern. In seiner Amtszeit entstand der Museumsshop, und das Eingangsgeschoss bekam ein neues Gesicht. Er schuf neue Ausstellungsflächen und vermehrte die Zahl der großen Denkmäler. Seit 1978 hat das Römisch-Germanische Museum im eigenen Haus und anderswo rund 100 Ausstellungen gezeigt, die Hälfte davon gestaltete Hellenkemper selbst. Zu den bedeutendsten Präsentationen des RGM zählen Tut-anch-amun (1980), Nofret die Schöne (1986), die Schriftrollen vom Toten Meer, der Schatz von San Marco in Venedig (1985), Die Neue Welt der Griechen (1998). Das Glas der Cäsaren war auch in New York, London und Rom zu Gast. Dass die fünf großen archäologischen Landesausstellungen im RGM gezeigt wurden, bezeugt ebenfalls den hervorragenden Ruf des Hauses.
Auch in Sachen Bodendenkmalpflege galt Hellenkemper als harter Verteidiger geschichtliche Zeugnisse. So kämpfte er erfolgreich gegen ein Tiefgaragenprojekt unter dem Neumarkt, das die im Erdreich verborgenen Denkmäler zerstört hätte. Hellenkemper wirkte mit am Ausgrabungsfeld Kolumba, an der Erforschung der Unterkirche von St. Martin und dem neuen Gang in den unterirdischen Dom. Auch in der wissenschaftlichen Erforschung der Denkmäler machte sich der ausscheidende Direktor einen Namen. Mit seinen Kolleginnen und Kollegen gelang es ihm, nahezu 80 Ausgrabungen auszuwerten und international zugänglich zu machen. In seiner Bilanz stehen 22 Bände Kölner Jahrbücher und zehn Bände Kölner Forschungen.

























