25. 05. 2012
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Traumberuf Schriftstellerin: Eine junge Kölnerin lebt ihn
Der Berufswunsch Schriftstellerin ist sicher nicht das, was sich Eltern für ihre Kinder wünschen. Zu unsicher sind in heutiger Zeit die Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten, zu unbequem der Weg an die Spitze und in die Herzen eines zahlenden Millionenpublikums. Und doch gibt es sie, die erfolgversprechenden Beispiele junger Nachwuchsschreiber und –schreiberinnen, die sich trotz dieser Unwägbarkeiten nicht von ihrem Ziel abbringen lassen. Eines dieser Beispiele ist das der 24-jährigen Kölnerin Viktoria Schüßler. Und die Geschichte zu ihrem Erstlingswerk, das vor kurzem im renommierten Verlag edition Fischer erschienen ist, hat es in der Tat in sich. Ein komplettes Jahrzehnt hat die Nachwuchsautorin an ihrem ersten Roman geschrieben, korrigiert, redigiert und gefeilt. Heraus kam ein Werk, dass sich nach Ansicht seiner Urheberin in kein Klischee, kein gängiges Genre pressen lässt. Zwar nannte Schüßler weder aktuelle Verkaufszahlen noch die Höhe der Auflage. Jedoch war ihr Buch bereits einmal auf einer großen Buchhandelsseite im Internet ausverkauft, ein gutes Zeichen. Doch das soll erst der Anfang sein, wie sie im Redaktionsgespräch voller Optimismus und Begeisterung durchblicken ließ.
Berufswunsch kam früh
"Ich wollte immer Schriftstellerin werden. Schon mit zehn Jahren bin ich Passanten auf der Straße hinterhergelaufen und habe notiert, was die Menschen machen", erklärt die Kölnerin aus Leidenschaft. Den Entschluss, ein Buch zu schreiben, hatte sie im Alter von 14 Jahren. Nach einem Traum, so erinnert sich Schüßler, habe sie das erste Kapitel ihres Buches zu Papier gebracht, mit 16 Jahren folgte das zweite. Allerdings stand zu diesem Zeitpunkt der Rahmen ihrer Handlung noch nicht fest. Und so absolvierte die Schreibbegeisterte zunächst einmal ihr Abitur und begann danach eine Lehre zur Veranstaltungskauffrau, dem schließlich ein Universitätsstudium auf Lehramt in den Fächern Deutsch und Mathematik folgte. Inzwischen hat sie sich exmatrikulieren lassen, um ihren Traumberuf mit Leben zu erfüllen. "Mit 22 ist der Groschen dann gefallen", umschreibt die Autorin die weitere Genese ihres ersten Romans. Nachdem in den ersten beiden Kapiteln zunächst nur der männliche Hauptdarsteller ihrer Handlung feststand, bettete sie diesen Handlungsstrang in eine Rahmenhandlung mit einer weiteren Hauptperson ein, einer jungen Frau. "Nun musste ich nur noch die Puzzleteile zusammensetzen", so die Jungautorin, die in den vergangenen Monaten vor der Veröffentlichung wie besessen an der Vollendung des Romans schrieb.
Ein neues Buch für eine neue Zeit
Dass der renommierte Fischer-Verlag sich ihrer annahm, erfüllt die Nachwuchsschriftstellerin mit Stolz und Zuversicht. Erschienen ist das Werke Ende April, seither rührt Schüßler die Werbetrommel. Ein Job, der die Nachwuchsschriftstellerin gerne zwölf bis 14 Stunden am Tag in Beschlag nimmt. Die beiden Protagonisten ihres Romans stehen symbolisch für das "Hier und Jetzt" und für die "Zukunft und ihre Möglichkeiten", das Werk selbst strotzt vor "action". "Es muss was passieren", erklärte die Jungautorin ihre eigenen Ansprüche. Erste Rückmeldungen von Testlesern, die sie mit Passagen ihres Buches konfrontierte, waren überwiegend positiv, manche waren sogar begeistert vom Stil und der Story der 24-Jährigen, berichtet sie weiter. Neben der Symbolik lässt die Autorin in ihrem Roman bewusst Lücken und spielt mit metaphorischen Umschreibungen, die dem Leser die Stimmungen ihrer Handlung versinnbildlichen sollen. "Ein neues Buch für eine neue Zeit", so der durchaus ehrgeizige Anspruch der Autorin an ihr Werk. Ob aus ihrem Traum allerdings Wirklichkeit wird, soll sich bis Ende dieses Jahres herausstellen. Dann will die Jungautorin "Inventur machen" und anschließend entscheiden, ob sie sich für die Schriftstellerei als Broterwerb entscheidet. Schließlich ist in Zeiten des Internets der Wert des geschriebenen Wortes schnell allen zugänglich und unterliegt damit dem Informationsparadoxon "Wer die Info hat, kauft sich nicht den Medienträger".
Pläne für die Zeit nach ihrem Premierenwerk sind bereits geschmiedet. Neben der Fortsetzung der Romanhandlung ihres Erstlingswerks ist Schüßler durchaus auch anderen Genres zugetan. Am meisten Spaß mache ihr Lyrik, aber auch Kinder- und Jugendbücher oder philosophisch angehauchte Werke sind ihr nicht fremd. In ihrer spärlichen Freizeit liest sie am liebsten Klassiker wie E.T.A. Hoffmann, Kafka oder Shakespeare. Auch Werke von großen Philosophen wie Emmanuel Kant hat sich die Autodidaktin (Schüßler über Schüßler) bereits angetan. Demnächst will sie sich mit Nietzsche und seinen Werken auseinandersetzen, als "Quell der Inspiration", wie sie betont. Wenn alles gut läuft, will die Jungautorin im kommenden Jahr die Fortsetzung ihres ersten Romans veröffentlichen. Der hat zwar ein für den Leser überraschendes Ende, erklärt aber doch zumindest den Titel ihres Romans. Doch zunächst will die 24-Jährige mit ihrem Freund, einem Kölner Schauspieler, in eine gemeinsame Wohnung ziehen. Und sollte sie irgendwann einmal Erfolg mit der Schriftstellerei haben, will sie der Domstadt auch in Zukunft die Treue halten. "Ich werde in Köln bleiben", verspricht sie.
Weitere Informationen zur Autorin sowie Leseproben ihres Buches finden Sie im Internet unter: www.wasser-buch.de.

























