25. 05. 2012
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Walter Spies Archiv offiziell in Köln angekommen
Walter Spies war eine schillernde Persönlichkeit. Am vergangenen Wochenende trafen sich in Köln die Mitglieder der Walter-Spies-Gesellschaft in den Räumen des Rautenstrauch-Joest-Museums im Kulturzentrum am Neumarkt. Spies, geboren 1895, ging als Musiker und Maler im Jahr der Mega-Inflation 1923 ins heutige Indonesien, das damals noch niederländische Kolonie war. Im Alter von nur 47 Jahren kam der deutsche Künstler bei einem Luftangriff auf sein Schiff in der chinesischen See ums Leben. Mit der zurückliegenden Veranstaltung der Walter-Spies-Gesellschaft wurde zugleich der persönliche Nachlass des Künstlers, vor allem Schriftverkehr und Fotos, als Dauerleihgabe an das Kölner Völkerkundemuseum übergeben. Die warten nun auf Wissenschaftler, die sich mit dem Leben und Wirken des deutschen Künstlers beschäftigen.
„Die Gesellschaft hatte das Archiv angelegt, hier gibt es wertvolle Zeugnisse seines Wirkens“, erläuterte Horst Jordt, Präsident der deutschen Walter Spies Gesellschaft Deutschland. Derzeit sind einige Kostbarkeiten in einigen Vitrinen der Bibliothek aufgebaut. Sie zeigen Briefe Spies, die auch an Empfänger in Köln adressiert sind, unter anderem an den Musiker und Musikprofessor Erich Erdmann, der lange Jahre an der Kölner Musikhochschule unterrichtete. Spies entwickelte in seiner tropischen Wahlheimat ein Netzwerk international bekannter Künstler. Der Maler und Musiker, der sich mehr oder weniger offen zu seiner Homosexualität bekannte, bemühte sich dabei vor allem die fremde Kultur Südostasiens „auf Augenhöhe“ wahrzunehmen, wie Jordt weiter ausführte.
Für das Museum und seine Südostasien-Experten ist die neue Sammlung ein Gewinn. Die stellvertretende Museumsdirektorin Dr. Jutta Engelhardt, zugleich auch Expertin für Indonesien und seine Kunst- und Kulturgeschichte, räumte jedoch ein, dass sich die Sammlung bereits seit einiger Zeit in den Kölner Räumlichkeiten befand. „Wir haben einen offiziellen Termin abgewartet“, so Engelhardt. Nun warten die teilweise noch nicht erfassten Bestände an persönlichen Hinterlassenschaften des Künstlers. Museum wie Gesellschaft bestätigten, dass das Interesse an Walter Spies durchaus groß sei. Gleiches gilt auch für seine Kunst. So erzielten seine Bilder – dem magischen Realismus zugehörig – zuletzt Auktionspreise im siebenstelligen Bereich. Eines davon wurde von seinem Besitzer, einem US-Geschäftsmann indonesischer Herkunft, sogar anlässlich des Symposiums extra aus den USA eingeflogen.
Neben der Beschäftigung mit der Person Walter Spies und dem Stand der Erforschung von Leben und Wirken gab es auch Musikalisches. Das Ensemble Selisih aus Freiburg intonierte Werke des deutschen Weltenbürgers am vergangenen Samstagabend. Moderator und musikalischer Leiter der Abendveranstaltung war der in Indonesien lehrende Pädagoge Dieter Mack. Dr. Werner Kraus setzte das Programm des Symposiums am gestrigen Sonntag mit einem Vortrag zu Raden Saleh, dem Pionier moderner Malerei in Indonesien, fort. Die Veranstaltung ist auch Teil der Jubiläumsveranstaltungen im Rahmen des ersten Geburtstags des neuen Kulturzentrums am Neumarkt.

























