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25. 05. 2012
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Eröffnung nach acht Jahren Warten


18.06.2010 17:32 von:

Schlagwörter: Köln,Rautenstrauch-Joest-Museum,Kulturzentrum,Museum Schnütgen,Qander,Reisspeich

(js) Endlich steht es fest: Am Freitag, dem 22. Oktober, wird das neue Kulturquartier am Neumarkt eröffnet. Das Rautenstrauch-Joest-Museum hat dann die lang ersehnten repräsentativen Räume, das Museum Schnütgen seinen Erweiterungsbau, alle Kölner Museen wieder einen großen Ausstellungsraum – und alles mit einem gemeinsamen Eingang. Am Wochenende nach der Eröffnung wird es dann freien Eintritt für alle Kölnerinnen und Kölner geben. Das alles versprach Kulturdezernent Prof. Georg Quander am Freitag bei einem Presserundgang am heutigen Freitag.

Die Botschaft hört man wohl – allein es fehlt noch der rechte Glaube. Zu viele Pannen und Verzögerungen begleiteten die Geschichte des Baus. Die Stadt kostet er rund 37 Millionen EUro, knapp 20 steuert das Land zu, fünf Millionen Euro sind Städtebaufördermittel. 1995 beschloss der Rat einen Neubau in zentraler Lage für das Rautenstrauch-Joest-Museum anstelle des alten Hauses am Ubierring mit engen Räumen und hochwassergefährdeten Kellern. Ein EU-weiter Architektenwettbewerb wurde ausgeschrieben und vom Braunschweiger Büro Schneider + Sendelbach gewonnen. 2002 begann der Abriss der Kunsthalle am Neumarkt, Mitte 2003 war alles weggebaggert – und still ruhte fortan das "Kölner Kulturloch". Auf einem Schild wurde noch die Eröffnung für 2006 versprochen. Es war kein Geld da. Unklar war, wer die vorgeschriebene Tiefgarage betreiben sollte, plötzlich tauchte der Wunsch nach einem Kammermusiksaal auf.

Doch 2005 wurde der Grundstein gelegt, 2006 begannen die oberirdischen Arbeiten. Man hangelte sich von Eröffnungstermin zu Eröffnungstermin. Der indonesische Reisspeicher, Wahrzeichen des neuen Museums, wurde aufgebaut, doch der Boden war noch nicht fertig. Die Ziegelverkleidung der Wände musste abgerissen und erneuert werden. Es gab Auseinandersetzungen um die Außenwerbung. "Es wäre zu teuer und würde Jahre dauern, die Zuständigkeit der Bauaufsicht gerichtlich zu klären", sagte Quander in einer Sitzung des Kulturausschusses. So ging alles seinen Kölner Gang.

Nun gab es am 1. Juni die letzte Teilabnahme, nur noch "Restarbeiten" seien bis Ende Juli zu erledigen. Danach beginne der Innenausbau inklusive Foyer mit Kasse, Museumsshopund Gastronomie und anschließend der Aufbau der Ausstellung. Und dann erwartet den Besucher – das ist zu hoffen – ein großzügiges Museum, das allerdings durch sein aus konservatorischen Gründen fensterarmes, klinkerverkleidetes Äußeres eher abschreckend wird. Es bleibt aber abzuwarten, wie die "gefüllten" Räume wirken.

Vom Foyer aus geht es links zum "Schnütgen", geradeaus zum VHS-Forum, einem Saal mit Bühne und 350 Sitzplätzen. Nach rechts betritt man den Saal für Sonderausstellungen und das Rautenstrauch-Joest-Museum. Der Blick im 21 Meter hohen Foyer geht nach oben, bleibt an viel Glas hängen, an den Aufzügen. Die "Straßenschluchten" zwischen den drei Flügeln werden deutlich. Dominiert wird der lichtdurchflutete Raum von dem indonesischen Reisspeicher. Im östlichen Riegel sind die verwaltungsräume untergebracht. Das 1. Obergeschoss beherbergt Ausstellungsräume, das Juniormuseum und Bibliothek, das Untergeschoss Garderobe, Sanitärräume und die Depots der beiden Museen. Weitere Verwaltungsräume liegen im zweiten Geschoss. Das Museum Schnütgen erhält über 400 Quadratmeter zusätzliche Ausstellungsfläche, die neue "kunsthalle" bietet 1350 Quadratmeter und dem Rautenstrauch-Joest-Museum stehen 3266 zur Verfügung – endlich Platz, um die Sammlung mit 65.000 Exponate aus aller Welt, dazu 100.000 historische Fotos in ausreichendem Umgang zu zeigen.

Große Erwartungen weckt das Ausstellungskonzept. Schon in der Vergangenheit setzte man bei großen Ausstellungen ("Die Braut", "Männerbünde", "Rausch und Realität") auf Kulturvergleiche statt auf Länderpräsentationen. Dies soll jetzt konsequent fortgesetzt werden. Etwa zu den Themen Wohnen, Tod und Sterben oder: Was ist Kunst, was ist ein Gebrauchsgegenstand? In allen Abteilungen wird es Multimedia-Angeboten geben. In einem für deutsche Museen beispiellosen "Juniormuseum" werden fünf Wohnsituationen und unterschiedliche Initiationsriten vorgestellt.







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