25. 05. 2012
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Europas längste Museumsmeile buhlt um Touristen
(js) Die Oberbürgermeister von Köln, Bonn und Koblenz haben am Freitag zusammen mit Touristikexperten ein neues Kooperationsprojekt in Sachen Kultur aus der Taufe gehoben. Düsseldorfs Oberbürgermeister, zur Zeit in Urlaub, war virtuell zugegen. "Die längste Museumslandschaft Europas" heißt das Projekt und soll die Museen der Städte gemeinsam stärker vermarkten. Wenn die Verantwortlichen wollen, darf auch Duisburg mitmachen.
Knapp 100 Museen gibt es an den rund 100 Rheinkilometern zwischen Koblenz im Süden und Düsseldorf im Norden. Neben den international renommierten wie dem Kölner Museum Ludwig, der Bundeskunsthalle in Bonn oder der NRW-Sammlung in Düsseldorf auch solche, die der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt sind. Dazu gehören beispielsweise das Clemens-Sels-Museum mit seiner Sammlung von Prä-Raffaeliten und Symbolisten, das "Friedensmuseum" in der Brücke von Remagen oder auch das Koblenzer Ludwig Museum, das sich vor allem französischer Kunst nach 1945 widmet. Sie alle buhlen um die Kulturtouristen, deren Zahl auf mehrere Millionen im Jahr geschätzt wird. Allein zur Bundesgartenschau 2011 in Koblenz werden Millionen Besucher erwartet. Hie beginnen in Kürze die Bauarbeiten zu einem neuen Museum und einer Informationsstelle über das Welterbegebiet "Mittleres Rheintal".
Grund genug, für die zuständigen Stellen, die internationale touristische Vermarktung der Museumsschätze und Ausstellungshallen zu intensivieren. Zumal eine deutschlandweite Erhebung ergab, dass kulturinteressierte Städteausflügler 40 Prozent mehr Geld ausgeben als der "einfache" Tagestourist. Geld, dass die lokale Wirtschaft gerne nimmt. Außerdem zählt Kultur zu den "weichen" Standortfaktoren, die das Image einer Stadt und damit ihren Wohnwert erhöhen. "Von einer Kulturkooperation kann die gesamte Rheinregion zwischen Düsseldorf und Koblenz auch wirtschaftlich profitieren", erklärten die Oberbürgermeister folgerichtig in seltener Einmütigkeit.
Kooperationsprojekte entlang der Rheinschiene gab es schon viele, von denen mehr versprochen wurde, als die Beteiligten dann hielten. Das neue wurde auf dem Ausflugsschiff "Poseidon" besiegelt – bleibt zu hoffen, dass es nicht wie seine Vorgänger baden geht.

























