25. 05. 2012
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Gesucht: das umweltfreundliche Theater
(ehu) „Wir sind nicht die großen Kohlendioxid-Schleudern“, sagt Marina Barth und meint mit „wir" ihr Klüngelpütz-Theater. Aber trotzdem könnten auch Kölns kleine Theater ihren Teil zum Umweltschutz beitragen und so ihren „ökologischen Fußabdruck" verbessern. Ihre Idee: Das zertifizierte Label „Grünes Theater". Das will sie jetzt mit dem Konstanzer Institut für Marktökologie (IMO) entwickeln.
Für ihr eigenes Theater sieht sie die größten Energiesparmöglichkeiten in der Bühnenbeleuchtung. „Wir wollen auf LED umsteigen. Bei den Farben ist das kein Problem, nur das weiße Licht ist sehr kalt und ungemütlich“, erklärt Prinzipalin. Man sei aber mit einer schwedischen Firma im Gespräch. Der Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter sei bereits erfolgt. Positive Erfahrungen haben man schon beim Catering gemacht: Seit fünf Jahren biete man Bio-Wein an, der Umsatz habe sich verdoppelt. Aber da werde man wohl insgesamt nachbessern müssen.
Das Label „Grünes Theater“ soll jedes Jahr überprüft werden
Im Sommer sollen die Kriterien feststehen, nach denen das Label „Grünes Theater“ verliehen werden kann. Zuständig dafür ist dann das IMO, nach eigenen Angaben eine der größten in Deutschland zugelassenen Öko-Kontrollstellen mit großen Erfahrungen in der Landwirtschaft. Das Zertifikat soll jedes Jahr überprüft werden, IMO-Mitarbeiter Martin Becker rechnet dafür mit Kosten von 300 bis 500 Euro für die Theater.
Ihm gefällt besonders, dass die Idee für ein umweltfreundliches Theater von einer Kabarettistin kommt: „Die Stärke der Kabarettisten ist die Kritik, nun können sie zeigen, dass sie auch etwas tun.“ Marina Barth hofft, dass möglichst viele Theater mitziehen, im Kölner Raum gibt es immerhin rund 40. Besonders setzt sie aber den Multipliktoreneffekt beim Publikum.
Klimaschutz in Köln setzt sich aus vielen „Klima-Bausteinen“ zusammen
Das „Grüne Theater“ ist eins von sechs Projekten - 21 hatten sich beworben - , das im Rahmen des Programms „Klima-Bausteine“ mit insgesamt 22.800 Euro gefördert wird. In einer ersten Runde unterstützte man im November vor allem solche Ideen, die sich mit „Natur in der Stadt“ beschäftigen, etwa die „Urban-Gardening“-Initiative „Ehrenfelder Obsthain“.
Die „Klima-Bausteine“ sind ein Kind des „Klimakreises Köln“. In ihm haben sich vor drei Jahren 20 Institutionen und Einzelpersonen zusammengefunden mit dem Ziel, kleine Projekte zu fördern, die sich auf lokaler Eben für den Klimaschutz einsetzen - entweder direkt oder als Multiplikatoren. Finanziert wird er von Rheinenergie. Für jeden Klima-Baustein stehen 4500 Euro Fördergelder bereit. Weitere 500 Euro muss der Antragsteller aus eigenen Mitteln aufbringen. Beim „Grünen Theater“ legte IMO noch einmal 5000 Euro drauf.
Gymnasium zeigt: Klimaschutz lässt sich auch in dunkler Nacht lernen
Die weiteren geförderten Projekte sind der „Klimaführerschein“, den Kinder in Kitas und Grundschulen durch „eigenständiges Experimentieren“ erwerben können. Angeboten wird er vom Bornheimer Mitmachlabor EMA. Das Gymnasium Köln-Pesch bewarb sich mit der „Nacht des Lernens“, bei der unter anderem eine Photovoltaik-Anlage auf dem Schuldach installiert wird. Der Verein „Querwaldein“ hat ein in Modulen gegliedertes Lernprogramm zum Klimaschutz entwickelt. „kräuterwiki.net“ bietet Workshops über Heilkräuter an. Der Interkulturelle Dialog e.V. richtet sich mit seinen Veranstaltungen unter dem Titel „Prima Klima im interkulturellen Dialog“ gezielt an Migranten.



























