Wetter

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





25. 05. 2012
Seite drucken

Hochkultur soll in die Stadtviertel


02.05.2006 22:00 von:


In den elf Bürgerzentren der Domstadt werden voraussichtlich bereits nach den Sommerferien erste konkrete Projekte vorangetrieben, „um die hohe Kunst in die Stadtteile zu tragen“, erklärte Kölns Kulturdezernent Prof. Georg Quander heute während einer Pressekonferenz im Bürgerzentrum Stollwerck.

Gerade die jüngsten Diskussionen um die hohen Kosten von Spitzenkultur haben ihn dazu bewogen, die Basis der potentiellen Nutzer von Kunstformen wie Schauspiel, Oper oder Orchester verbreitern zu wollen. Sozialdezernentin Marlis Bredehorst, unter deren Sozialamt die Bürgerzentren betrieben werden, hatte die Idee zu dieser Form der Zusammenarbeit. Sie basiert auch auf der Vorstellung, mit der Bereitstellung solcher Angebote neue Bevölkerungsschichten an die „Hochkultur“ heranzuführen. Die Idee der Vernetzung beider Dezernate und ihrer Angebote ist damit eine klassische „win-win“-Situation.

Hinzu kommt, dass „alles das, was die Politik derzeit neu entdeckt, in den Bürgerzentren bereits stattfindet“. Insbesondere das vielfältige bürgerschaftliche Engagement wird in den elf Bürgerzentren quer durch alle sozialen Schichten hindurch praktiziert. Zudem könnte die Kooperation zu einer neuen „Kultur der Zusammenarbeit“ innerhalb der Stadtverwaltung führen. „Die gab es nämlich bisher noch nicht“, so Bredehorst weiter.

Erste Angebote der Kölner Kulturinstitutionen Schauspielhaus, Oper und Gürzenich-Orchester liegen bereits vor. So plant das Gürzenich-Orchester ein gestaffeltes Kinder- und Jugendangebot in vier Kölner Bürgerzentren. Die Idee ist ein „Improvisations-Workshop“ zum Thema „Bilder einer Ausstellung“, einem Werk des Komponisten Modest Mussorgsky. In Gruppen von bis zu 15 Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 16 Jahren sollen in den kommenden Herbstferien kreative Ideen bei der musikalischen Improvisation klassischer Werke ausprobiert werden. Krönung dieses Angebots ist der Besuch der Generalprobe des Orchesters in der Philharmonie am 21. Oktober dieses Jahres. Gleich vier Ideen für eine mögliche Zusammenarbeit in der Zukunft brachte das Schauspielhaus ein. Mehrere Theaterstücke, die bereits im „Erfrischungsraum“ des Schauspielhauses inszeniert wurden, sollen dabei in den Bürgerzentren aufgeführt werden.

Zu den genannten Werken zählen u.a. Harold Pinter’s „Alte Zeiten“ und das „Ein-Mann-Stück“ „Welche Droge passt zu mir?“ von Kai Hensel. Daneben denkt Ulrike Köhler vom Schauspielhaus an szenische Lesungen, theaterbegleitende Workshops und eine Präsentation des hauseigenen Jugendtheaterclubs mit Training- und Castingstunden. Oliver Binder von der Kölner Oper schließlich stellte die erste Projektidee seines Hauses vor – die Aufführung von Antonio Sallieris Oper „La cifra“. Die Premiere dieses Stücks soll bereits im Juni 2006 aufgeführt werden und wird in der kommenden Spielzeit im Herbst ins offizielle Opernprogramm übernommen. Die Aufführungen werden dezentral in den interessierten Bürgerzentren aufgeführt. 5 Bürgerzentren haben hierzu konkretes Interesse bekundet, zwei Veranstaltungen sind bereits fest eingeplant.

Im weiteren Verlauf sollen aber auch die Kölner Museen und in einem dritten Schritt auch die vielen vom Kulturamt betreuten freien Künstler an die Bürgerzentren vermittelt werden. „Kultur- und Sozialpolitik sind dabei zwei Seiten einer Medaille“, so Quander mit Blick auf die vergangenen Diskussionen weiter. Beide Dezernate sind bestrebt, die Initiative angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt möglichst kostenneutral zu halten. Anfallende Unkosten z.B. für den externen Aufbau von Bühnen und Technik soll, so sieht es der Plan vor, über ein Einnahmemodell hereingeholt werden. Die Eintrittspreise für die verschiedenen Angebote vom Workshop bis zur externen Uraufführung stehen zwar noch nicht fest, sollen aber bezahlbar bleiben. Der Leiter des Bürgerzentrums Stollwerck Reinhardt Eggert denkt dabei an eine Preisspanne zwischen 5 und 10 Euro pro Veranstaltung. Eine Vorgabe der Stadt soll es, so versicherten Bredehorst und Quander unisono, aber nicht geben.







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse