25. 05. 2012
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Jetzt offiziell: Philipp Kaiser wird neuer Chef am Museum Ludwig
(ehu) Konkret wollte er noch nicht werden, erst müsse er sich mit den Beständen des Hauses bekannt machen. Dann aber sagte Philipp Kaiser, ab 1. November des nächsten Jahres offiziell der neue Direktor des Museums Ludwig doch noch einiges: Verschränkung von Dauer- und Sonderausstellungen, Kooperation mit anderen Kunstinstitutionen in Köln und mit Kölner Künstlern, Fortsetzung der Sammlungsarbeit. Allgemeines, aber was soll er auch anderes sagen, ohne sich gleich als großer Umstürzler gegen den aktuellen Amtsinhaber Kasper König zu profilieren.
Dem dankte der Oberbürgermeister ausdrücklich für seine seit 2002 geleisteten "unglaublich hohen Verdienste". Um launig anzufügen, König habe noch ein Jahr Zeit, sich für diesen Dank zu revanchieren. Immerhin hatte König den Kaiser – bitte keine billigen Wortspiele – neben anderen als seinen Nachfolger vorgeschlagen. König geht im nächsten Jahr in den Ruhestand. 
Zehan Kandidaten gab es, die Entscheidung für Kaiser fiel schnell
Mit zehn Kandidatinnen und Kandidaten hatte Kulturdezernent Quander in den letzten Monaten verhandelt, in Europa und den USA. Kaiser war dann für ihn der "ideale Kandidat" und eine "Persönlichkeit mit erstklassigen Kontakten zu Künstlern, Sammlern und Galeristen". Außerdem lobte er Kaisers Kenntnisse in "verschiedenen Welten und Aufgaben": Museumsleiter, Ausstellungsmacher, Lehrer mit Kontakt zum wissenschaftlichen Nachwuchs. Außerdem sei ein Generationenwechsel nötig gewesen.
Kaiser wurde 1972 in Basel geboren. Er studierte Kunstgeschichte, Deutsche Literaturwissenschaften und Linguistik. Als freier Kunstkritiker arbeitete er unter anderem für die renommierten Magazine "Kunst-Bulletin", "artforum" und "Parkett". Als Kurator leitete er von 2001 bis 2007 das Museum für Gegenwartskunst Basel und organisierte dort zahlreiche EInzelausstellungen. Danach wechselte er zum Museum for Contemporary Art Los Angeles (MOCA), zunächst als Kurator, seit 2010 als Senior Curator. Zur Zeit bereitet er eine umfassende historische Ausstellung zur Land Art vor. Daneben hat Kaiser zahlreiche Vorträge über zeitgenössische Kunst gehalten.
Kaiser freut sich, eines der "wichtigsten deutschen Museen" zu leiten
Für Roters macht ihn das zum "perfekten Kandidaten" und schon beim ersten Gespräch habe man eine gemeinsame Wellenlänge entdeckt. Kaiser, schon früh im engsten Kandidatenkreis, musste "nicht zweimal überlegen", ob er das Angebot annimmt. Er freue sich schon auf die Leitung eines der "wichtigsten Museen in Deutschland" mit vielen Potenzialen, wozu er die Picasso-Sammlung, die deutschen Expressionisten und die russische Avantgarde zählt. Erste Gespräche mit der zwischenzeitlich verstorbenen Kunstmäzenin Irene Ludwig und der Stiftung Ludwig habe es ebenfalls schon gegeben.
Zwar war die Wahl Kaisers schon vor einigen Wochen durchgesickert, doch offiziell wurde er erst am Dienstag von Roters und Quander der Öffentlichkeit vorgestellt. Vorgesehen ist ein Vertrag über sieben Jahre mit einer Verlängerungsoption über weitere drei Jahre. Finanziell soll er nicht schlechter gestellt werden als König. Der hatte erfolgreich mit harten Bandagen für eine bessere Ausstattung des Museums gekämpft. Noch in diesem Jahr soll der Hauptausschuss des Rates die Entscheidung für Kaiser absegnen.

























