25. 05. 2012
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Kaum bespart, fehlen Museum Ludwig 2,45 Millionen Euro
(js) Zufriedenheit und Selbstlob herrschten bei Politik und Verwaltung, als der Rat vor wenigen Wochen den Doppelhaushalt 2010/11 verabschiedete. Zu den Sparmaßnahmen gehörte auch, den Etat des Museums Ludwig um eine halbe Million Euro zu kürzen. Zu früh gefreut? In einem Dringlichkeits-Antrag fordert das Kulturdezernat "überplanmäßige Aufwendungen" in Höhe von 2,45 Millionen Euro an. In der Kulturausschuss-Sitzung am Dienstag erläuterte Museumschef Kasper König den Antrag.
Danach weise die Finanzprognose des Museums zum Stichtag 31.12. dieses Jahres ein Defizit von 2,45 Millionen Euro aus. Seit Ende Oktober lägen allein Rechnungen in Höhe von 640.000 Euro vor, die nicht beglichen werden könnten. Zur Vermeidung von Mahngebühren, Verzugszinsen usw. sei eine "schnellstmögliche Mittelbereitstellung" erforderlich. Ferner seien die Energiekosten gestiegen, die Umstellung des Service- und Bewachungsdienstes und ebenso die Wartungskosten der Alarmanlagen für alle städtischen Museen, die über das Museum Ludwig verrechnet werden. Außerdem müssten dringend nötige Sanierungsmaßnahmen eingeleitet werden, insbesondere mehrfache Defekte an Klimaanlagen und Wasserrohren hätten zu einem erhöhten Reparaturaufwand geführt.
Besonders am Herz lagen König auch Erhalt und Erweiterung der Kunstsammlung. Schließlich verwies er darauf, dass Sonderausstellungen oft schon mehrere Jahre im Voraus geplant würden. Daraus entstehe schon im Vorfeld ein "nicht unerheblicher Finanzaufwand", der nicht rückgängig zu machen sei.
Die Mitglieder des Kulturausschusses reagierten empört und auch verunsichert auf diesen Antrag, zumal auch ein ähnlicher Antrag vom Hänneschen-Theater vorlag, der ein "strukturelles Defizit" in Höhe von 165.000 Euro geltend machte, das schon in den vergangenen Jahren entstanden sei. Dieser Begründung konnte der Ausschuss allerdings nicht folgen. Das Problem, so war man sich einig, sei ein "Paradigmen-Wechsel": Habe bisher das Museum seine Geldwünsche vortragen können und der Rat anschließend entschieden, gebe nun der Rat den Rahmen vor und das Museum müsse sich anpassen. Wie nun weiter zu verfahren sei, will der Kulturausschuss auf einer Sondersitzung entscheiden. Einigkeit herrschte darüber, dass die Stadt ausstehende Rechnungen umgehend bezahlen müsse, um vor allem kleinere Betriebe nicht in den finanziellen Ruin zu treiben.
Unklar ist bislang, ob auch anderen Museen aufgrund langfristiger Verpflichtungen Geld fehle. Kulturdezernent Georg Quander erklärte, dass für den aktuellen Mehrbedarf durchaus noch Mittel zur Verfügung stünden. So habe man etwa eingeplante Betriebskosten sparen können, weil das Kulturzentrums am Neumarkt verspätet fertig gestellt wurde. Gleiches gelte für die Miete des Restaurierungs- und Digitalisierungszentrums für das Stadtarchiv, das zwei Monate später als geplant bezogen werden konnte.
Einstimmig beschlossen wurde der Eifelwall als neuer Standort des eingestürzten Stadtarchivs in Verbindung mit der Kunst- und Museumsbibliothek sowie die Einleitung der entsprechenden Ausschreibungen.

























