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25. 05. 2012
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Kölner Kunst ist international


10.05.2011 20:03 von:

Schlagwörter: Köln,Akademie der Künste der Welt,2011,Mai,Studie,empirisch,Bestandsaufnahme,Ang

Oberbürgermeister Jürgen Roters und Kulturdezernent Prof. Georg Quander haben am heutigen Dienstag eine neue Studie vorgestellt. "Kulturwelten in Köln", so der tragende Name der empirischen Untersuchung von Prof. Dr. Susanne Keuchel und Dominic Larue vom Zentrum für Kulturforschung in St. Augustin. Finanziell unterstützt wurde die Erstellung der vier Monate dauernden Untersuchung vom Verein Kunstsalon e.V.. "Großstädte stehen vor besonderen Herausforderungen. Die Kultur einer solchen Großstadt lebt von der Vielfalt und das ist auch gut so", stellte Oberbürgermeister Jürgen Roters bei der heutigen Vorstellung der Studie klar. "Eine solche empirische Studie zur Internationalität der eigenen Kulturangebote gibt es noch in keiner anderen Stadt. Köln ist hier Vorreiter", erläuterte Quander den Ansatz der Studie aus Sicht der Kulturverwaltung. Tatsächlich ist die Studie nicht nur reiner Erkenntnisgewinn für die Verantwortlichen sondern zugleich Grundlage weiterer kulturpolitischer Entscheidungen. Konkret geht es dabei um die inhaltliche Ausgestaltung des Konzepts der vom Stadtrat Ende September 2009 beschlossenen "Akademie der Künste der Welt". Nach den Worten des Kölner Stadtoberhaupts bietet die vorliegende Studie nun die Grundlage für die weitere Debatte, zeigt sie doch Defizite, Herausforderungen und Handlungsfelder bei der Bereitstellung entsprechender kultureller Angebote und der darauf ausgerichteten Förderpolitik.

Dass dieses an sich unterstützungswürdige Vorhaben zu Beginn gerade von der Freien Szene gründlich missverstanden wurde, war den Beteiligten lediglich eine Randnotiz wert. Viel wichtiger waren hingegen die tatsächlichen Erkenntnisse der Studie. So ist in den Augen der Migranten das Kulturangebot der Stadt alles andere als schlecht. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der befragten Kulturvereine mit Migrationshintergrund beurteilten das als "gut" oder sogar "sehr gut". In der Methodik wurden neben der (quantitativen) Befragung der Kulturvereine auch 4839 Veranstaltungen über einen Zeitraum von vier Monaten ausgewertet und in verschiedene Gruppen klassifiziert. Zuletzt wurden qualifizierte Interview mit einigen Protagonisten aus den Reihen der Migranten geführt, wie Kulturwissenschaftlerin Keuchel darlegte. Immerhin 23 Prozent, also knapp ein Viertel, der Kulturangebote ließen sich jedoch nicht einfach in das strenge Klassifizierungs-Korsett einstellen, sie stellen vielmehr Mischformen dar. Erstaunlich war zudem, dass mehr als ein Viertel der befragten Kulturvereine bereits seit mehr als 30 Jahren in Köln aktiv sind, in den vergangenen zehn Jahren sind lediglich ein kleiner Teil hinzugekommen. Die Befragung kam dabei gerade in dieser Szene sehr gut an. "Viele waren dankbar, dass man sich überhaupt für sie interessiert", berichtete Keuchel.

Die Forderungen waren dabei vielfältig, zielten jedoch grundsätzlich darauf ab, den eigenen Angebote eine höhere Aufmerksamkeit in der öffentlichen Wahrnehmung zu verschaffen. Auch bei den Bildungspartnerschaften gebe es noch Aufhol- und Handlungsbedarf, betonen doch immer mehr Fachleute aus Kunst und Erziehungswissenschaften den Stellenwert von "kultureller Bildung". Die internationale Kunst ist dabei auf der Angebotsseite geprägt durch Kunst aus dem anglo-amerikanischen und dem europäischen Raum. Vor allem aber Kunst aus dem türkischen Raum ist dabei eher selten anzutreffen und steht dabei in vordergründig krassem Widerspruch zum prozentualen Anteil der Migranten türkischer Herkunft. Auf der anderen Seite weiß die Kulturverwaltung der Stadt aber durch die Analyse der Projektförderanträge, die bei dem städtischen Fachamt eingehen, dass gerade auch diese – wie andere Migrantengruppen auch – deutlich unterrepräsentiert sind, wie der Leiter des Kölner Kulturamtes Dr. Konrad Schmitt-Werthern bestätigte. Dass die Bürgerschaft sich diesem Prozess und seiner kostenträchtigen Bestandsaufnahme nicht entziehen kann, machte Dr. Peter Bach vom Verein Kunstsalon e.V. deutlich. "Ein so hoher Anspruch wie der der Akademie der Künster der Welt geht nicht ohne die Beteiligung der fördernden Bürgergesellschaft", erklärte Bach.

Um nun tatsächlich entscheiden zu können, welche Angebote für welche Migrantengruppe gezielt gefördert und unterstützt werden soll, wird jedoch in der Studie selbst nicht thematisiert. "Danach haben wir nicht gefragt, die Analyse ist rein angebotsorientiert", führte Studienleiterin Keuchel aus. Kulturdezernent Quander ließ jedoch keine Zweifel daran, dass dies ein notwendiger zweiter Schritt sei. Eine weitere Erkenntnis aus der Studie ist, dass die untersuchten Kulturangebote in erster Linie im Innenstadtbereich und – mit deutlichem Abstand – auch im Stadtbezirk Ehrenfeld angesiedelt sind. Stadtbezirke wie Chorweiler oder Porz fielen dabei fast ganz aus dem Raster. Das sei zwar erklärbar, bedarf jedoch einer gezielten Förderung, wie die Stadtverantwortlichen bestätigten. Erste Ansätze seien aber bereits erkennbar, wie Roters mit dem Hinweis auf Konzerte des Gürzenich-Orchesters in Stadtteilen mit besonderem Förderbedarf betonte. "Kultur vor Ort muss aber von den Akteuren mitgetragen werden", hob Quander hervor. Große Hoffnungen setzt der Kulturdezernent dabei auf die Stadtbezirke Kalk und Mülheim. Und vor allem Mülheim liegt im innerstädtischen Angebotsranking von interkulturellen Angeboten bereits hinter Ehrenfeld auf einem passablen dritten Rang.







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