25. 05. 2012
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Kölner Museumsdienst verpasst 100.000er Besuchermarke knapp
Auch so zeigten sich die Verantwortlichen mit dem Erreichten zufrieden.
Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Besucher in den acht Kölner
Museen um immerhin 1,6 Prozent. Dabei stand lange Zeit gar nicht fest,
ob der bereits seit über 40 Jahren existierende Museumsdienst
tatsächlich auch in der Zukunft als zentrale Einrichtung für alle acht
städtischen Museen erhalten bleiben sollte. „Lange Traditionen muss man
auch hinterfragen. Wir haben das lange abgewogen und am Ende
entschieden, den Museumsdienst zu erhalten“, erläuterte Kölns
Kulturdezernent Prof. Georg Quander. Sogar ein internationales
Experten-Hearing habe man einberufen, was die Entscheidung letztlich
auch unterstützte. Um zukünftig etwas enger an der Zielgruppe arbeiten
zu können, habe man überdies das eigene Museums-Bulletin nach mehr als
einjähriger Pause völlig neu ausgerichtet.
Für den Museumsdienst und damit auch für die redaktionelle
Verantwortung der zuletzt im Dezember 2006 erschienen Publikation ist
bereits seit April 2007 Dr. Matthias Hamann verantwortlich. Das
Magazin, das sowohl im Format als auch inhaltlich einem radikalen
Relaunch unterzogen wurde, erscheint nun drei Mal pro Jahr (April,
August und Dezember). Für einen Jahresabopreis von 25 Euro (8,50 Euro
pro Ausgabe) können Kunstinteressierte zukünftig neben
wissenschaftlichen Abhandlungen über die Forschungsergebnisse der
Kölner Museen auch aktuelle Nachrichten, Gastbeiträge aber auch
Ausstellungsberichte nachzulesen. „Das Bulletin ist das Fenster in die
faszinierende Welt der Museen und zugleich ihre Plattform“, erklärte
Hamann auf der heutigen Pressekonferenz. Auch die Auflage habe man auf
2000 erhöht, wie die Verantwortlichen mitteilten. Zwar habe man die
erste Ausgabe nicht ganz pünktlich herausgeben können. Auch die Zahl
der geschalteten Anzeigenseiten lässt noch zu wünschen übrig. Aber Ralf
Zimmermann, Geschäftsführer der mit der Vermarktung beauftragten Kölner
Agentur MWK Zimmermann & Hähnel GmbH, gibt sich zuversichtlich.
Immerhin macht das neue Konzept das Magazin auch für eine breitere
Zielgruppe interessant, hofft Zimmermann, der erst drei Wochen zuvor
den Auftrag für die Vermarktung erhielt.
Insgesamt zeigte sich Hamann mit den Besucherzahlen zufrieden. Aber der
Blick auf die Details verrät, dass es auch für den Museumsdienst noch
Einiges zu tun gibt. Dabei stellte der neue Direktor des
Museumsdienstes bereits im ersten Amtsjahr eine bemerkenswerte
Entwicklung fest. Während der Bereich Führungen insgesamt Einbußen von
immerhin 4,5 Prozent hinnehmen musste, erlebte der Kreativbereich einen
regelrechten Boom. Vor allem Kinder und Jugendliche, zum Beispiel in
Schulklassen, konnten deutlich häufiger zu Museumsbesuchen motiviert
werden. Das wiederum dürfte auch an der wesentlich höheren Zahl an
Lehrerfortbildungen liegen, wie ein Blick in die detaillierte Statistik
des vergangenen Jahres ergab. Deren Zahl stieg im vergangenen Jahr um
fast das Doppelte an. „Kulturelle Bildung wird immer wichtiger“, so der
Erklärungsansatz des Kölner Kulturdezernenten. Aber die
architektonischen Voraussetzungen sind in einigen Museen kaum geeignet,
solche Angebote auch an allen Kölner Museen umzusetzen, kritisierte
Hamann im Gegenzug. Besonders gut haben sich hingegen die so genannten
„Familienführungen“ entwickelt. Einige der geführten Gruppen seien bis
zu 80 Personen stark. Das sei zwar für eine Führung eigentlich zu viel,
Einschränkungen wolle man aber nicht einführen. „Wir wollen die
Schwellen zum Museumsbesuch niedrig halten“, verkündete Hamann weiter.
Das weitere Wachstum wolle man zudem neben einer konsequenten „CI“
(Corporate Identity: „Wir machen Programm!“) auch über ein neue
Online-Buchungsmodell sichern. Das soll noch in diesem Jahr online
sein, hieß es dazu abschließend.

























