25. 05. 2012
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Kulturausschuss sorgt sich um Bücherei-Beschäftigte
(ehu) Durch die Sparpolitik sieht der Kulturausschuss die Arbeit der Stadtbibliothek in den Stadtteilfilialen, insbesondere die geplante Ausweitung der Öffnungszeiten gefährdet. In seiner Sitzung am gestrigen Dienstag forderten die Stadtverordneten Kulturdezernent Prof. Georg Quander auf, sich im anstehenden Gespräch mit dem Stadtdirektor besonders für die sofortige Besetzung freiwerdender Stellen im Bibliotheksbereich einzusetzen. Viele sind auf zwei Jahre befristet und dürfen nach Ablauf des Arbeitsvertrags ein Jahr lang wieder besetzt werden. Anlass für die Diskussion waren ein Brandbrief des städtischen Personalrats für Kunst und Kultur und eine Anfrage der Linkspartei.
Die Personalvertreter des Dezernats VII weisen auf die "gegenwärtige Überbelastung der Beschäftigten" hin und legen deshalb ihr "Veto gegen eine Erweiterung der Öffnungszeiten" an Samstagen ein. Schon seit Monaten werde nur mit der Mindestbesetzungsstärke gearbeitet. Diese aufrecht zu erhalten, sei schwierig. Aufgrund der Belastung sei die Gesundheit der Beschäftigten gefährdet.
Personalminus von bis zu 20 Prozent
Bibliothekschefin Dr. Hannelore Vogt bestätigte die Personalmisere. Durch die Nicht-Besetzung befristeter Stellen sei in der Zentralbibliothek jede zehnte, in den Stadtteilbibliotheken sogar jede fünfte Stelle unbesetzt. Im Bundesdurchschnitt trägt jeder Städter über seine Steuergelder rund 6 Euro zu den Personalkosten seiner Bücherei bei. Im krisengeschüttelten Duisburg sind es sogar 13, in Köln nur etwa 3,50, rechnete Vogt vor.
Anschließend billigte der Kulturausschuss die neue Gebührenordnung der Bücherei. Diese sieht eine Jahres-"Flatrate" von 38 Euro vor. Sie ersetzt die bisherige Jahreskarte für Bücher in Höhe von 25 Euro sowie die zusätzliche Entleihgebühr von 1,80 Euro für jedes elektronische Medium (köln-nachrichten berichtete). Kulturausschuss-Vorsitzende Dr. Eva Bürgermeister (SPD) lobte die neuen Gebühren als "zukunftsorientierte Neuordnung" und "sozial ausgewogen".
24 "offene Bücherschränke" im Stadtgebiet genehmigt
Ebenfalls grünes Licht gab der Ausschuss dem Projekt "Eselsohr" der Bürgerstiftung Köln. Diese kann nun 24 "offene Bürgerschränke" in Köln aufstellen. In diese Regale aus Eifelbasalt kann jeder Kölner Bücher einstellen und kostenlos entnehmen. Die Bürgerstiftung finanziert die Möbel, außerdem ist sie verantwortlich für Sauberkeit, Sicherheit und den Inhalt der Bürgerschränke.

























