25. 05. 2012
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Kunstgeschenke für Kölner Museen im Wert von 20 Millionen Euro
(ehu) Eine mittelalterliche Pieta im Wert von 30.000 Euro für das Museum Schnütgen, Stammesbronzen und Malereien aus Indien für das Rautenstrauch-Joest-Museum, Wert 60.000 Euro, Anton Räderscheidts Porträt von Oberstadtdirektor Max Adenauer für das Stadtmuseum, 35.000 Euro wert , anatomische Druckgrafiken für das Wallraf-Richartz-Museum (5.000 Euro) – Kölns städtische Museen konnten sich in den letzten Jahren über genau 57 Geschenke freuen. Gesamtwert: 20 Millionen Euro. So die Bilanz, die Kulturdezernent Georg Quander am Mittwoch "mit Dank" an die Stifter vorstellte.
10 Millionen Euro allein ist die Sammlung mit 77 Kunstwerken und b546 Designobjekten wert, die der Bonner Architekt Richard G. Winkler dem Museum für Angewandte Kunst überließ. Es waren überwiegend Privatleute, die sich großzügig zeigten. Auch Künstler schenkten eigene Werke: der Fotograf Thomas Ruff etwa oder Georg Baselitz. "Mit deren Annahme darf aber nicht als ‚Gegengabe‘ das Versprechen auf eine Ausstellung verbunden sein", stellte Kasper König fest.
Vor der Annahme einer Schenkung braucht es drei Zustimmungen
Grundsätzlich gelte: Die geschenkten Kunstobjekte müssen "museologisch wertvoll" sein, also von hoher künstlerischer Qualität sein und zu einer Sammlung passen oder sie sinnvoll ergänzen, der Kaufwert spiele keine Rolle. Nach der positiven Entscheidung des Museums muss der Kulturausschuss sein Plazet geben, schließlich der Rat der Stadt. Dass dies oft ohne Diskussionen geschieht, stößt bei König auf Verwunderung.
Schenkungsangebote, die diese Kriterien nicht erfüllen, werden abgelehnt. "Auch die Verwaltung einer Müllhalde kostet Geld", formulierte es König in der ihm eigenen drastischen Art. Denn mit der Annahme geht die Stadt auch Verpflichtungen ein: Die Objekte müssen gepflegt, ausgestellt und wissenschaftlich erforscht werden. "Da haben wir eine Verantwortung gegenüber dem Bürger", so König. Das aber koste Geld, was man nicht für schlechte Qualität ausgeben könne. Das dafür grundsätzlich zu wenig Mittel bereitstehen, erwähnte er noch nebenbei.
Für den Ankauf durch die Museen kann es "beihilfen" geben
Neben direkten Schenkungen gibt es auch noch Erbschaften und "Anteilsstiftungen für Ankäufe", das sind Beträge, die den Museen helfen, Kunstobjekte anzukaufen, wenn die Eigenmittel alleine nicht ausreichen. Eine besondere Rolle spielen in Kön die Freundesgesellschaften der Museen. Diese kaufen zum Beispiel Kunst und überlassen sie dann als Dauerleihgabe. Die Gesellschaft für Moderne Kunst, die jährlich den Wolfgang-Hahn-Preis verleiht, kauft regelmäßig ein Werk des Preisträgers und schenkt dies dem Museum Ludwig. Im vorigen Jahr waren es sieben Arbeiten der beiden Schweizer Peter Fischli und David Weiss. Seit 2005 gab die Gesellschaft so insgesamt 520.000 Euro aus.
Sie alle stehen damit in einer Kölner Tradition: Alle Kölner Museen gehen auf private Initiativen zurück. Einen sammelnden Fürsten gab es hier nie. Und erst seit 2007 können Kölns Museen wieder über einen Ankaufsetat verfügen: Insgesamt ganze eine Million Euro. Dass Stifter mit Sorgfalt behandelt werden müssen, oft sicher auch auf Eitelkeiten Rücksicht genommen werden muss, ist eine Selbstverständlichkeit, klappt aber nicht immer.
Nicht alle Verhandlungen mit Stiftern haben ein positives Ergebnis
Erinnert sei hier an die von beiden Seiten unglücklich geführten Verhandlungen um das Schenkungsangebot eines Erweiterungsbau für das Stadtmuseum. Auch die Sammlung Stoffel – das Ehepaar gründete den Skulpturenpark unter der Zoobrücke – konnte nicht in Köln gehalten werden. Als "Trost" schenkte Eleonore Stoffel dem Museum Ludwig eine 40.000-Euro-teure Arbeit von Rosemarie Trockel.
Auch Kasper König schenkte "seinem" Haus vor vier Jahren eine Arbeit des US-Künstlers Gary Kuehn, immerhin mit einem Schätzwert von 120.000 Euro. Er hatte sie ihm während seiner New-York-Zeit abgekauft und fühlte sich dem Künstler, der heute im Schatten seines Freundes Bruce Nauman steht, verpflichtet, ihn in eine namhafte Sammlung einzugliedern.

























