Wetter

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





25. 05. 2012
Seite drucken

Letztes Aufbäumen vor der Ratssitzung


11.04.2010 14:03 von:

Schlagwörter: Köln,Schauspiel,Bürgerbegehren,Sanierung,Mut zur Kultur,Roters,Baier,Quander

(js) "Warum ein teurer Neubau, wenn er aus Kostengründen so abgespeckt wurde, dass er die versprochenen Verbesserungen nicht einhält?", fragte Schauspiel-Chefin Karin Beier. Eine schlüssige Antwort erhielt sie am Sonntag bei der Diskussions- und Informationsveranstaltung im Historischen Rathaus auf diese Kernfrage nicht. Stattdessen sagte OB Jürgen Roters, dass er zum "zukunftsweisenden" Ratsbeschluss vom Dezember für den Neubau des Schauspiels stehe. Und auch Kulturdezernent Georg Quander plädierte für dessen Einhaltung. Am kommenden Dienstag wird der Rat erneut darüber entscheiden – über 50.000 Unterschriften, die die Bürgerinitiative "Mut zur Kultur" gesammelt hat, zwingen ihn dazu.

Fast 300 Kölnerinnen und Kölner waren allein am Sonntag Vormittag ins Rathaus gekommen – für 10 Uhr erstaunlich viele. Am Nachmittag waren es dann noch mehr, die sich auf Schautafeln und an Modellen über Neubau- und Sanierungspläne informierten, die Kurz-Vorträge hörten und anschließend engagiert, zum Teil emotional, fast immer aber diszipliniert diskutierten. Auf dem Podium saßen Kulturdezernent Quander, Jürgen Steffens vom Architektenbüro JSWD, das den Wettbewerb für das neue Schauspiel gewonnen hat, sowie Karin Beier und Walter Thiess von der Bürgerinitiative, die sich beide für eine Sanierung aussprachen und keine Probleme sahen, ihre Vorstellungen zu kombinieren.

Dass weder Neubau- noch Sanierungsverfechter die absolute Wahrheit gepachtet haben, zeigt die Tatsache, dass sie oft Beifall von denselben Zuhörern erhielten. Oft genug ist auch die Faktenlage unklar: Reichen tatsächlich 100 Millionen Euro für den Neubau und 360 für den "zukunftsfähigen" Neubau? Wie sieht am Ende der wirkliche Zeitplan aus? Wie sieht es um den Denkmalschutz des Riphahn-Baus aus? Oder: Dürfen – nachdem der Wettbewerb nach den entsprechenden Vorgaben gewonnen wurde – die Aufträge für Opern- und Schauspielsanierung getrennt vergeben werden, um Zeit zu sparen? Ja, meinen die Sanierungsverfechter. Nein, meinen die städtischen Rechtsexperten – aber die haben sich ja schon einmal bei den Messehallen vertan, als sie eine europaweite Ausschreibung für unnötig hielten. Wenig Beifall erhielt der Bürgervorschlag, das Schauspiel nach Kalk zu verlegen. Für Unterhaltung sorgte der Gockel-Auftritt von Opernintendant Uwe Eric Laufenberg, der sich vehement für eine Trennung von Oper und Schauspiel aussprach und den Schaupielneubau unterstützte, derweil die Sanierung seines Hauses feststeht und auch nicht in Zweifel gezogen wird.

Immerhin: Einigkeit herrschte darüber, dass endlich etwas geschehen muss. Schließlich können Oper und Schauspiel in den letzten Jahren nur mit einer Sondergenehmigung ihren Betrieb aufrecht erhalten, der sonst aus Gründen der Bauaufsicht und des Arbeitsschutzes längst hätte eingestellt werden müssen. So konnte Quander seinen Vortrag über die Verfallsgeschichte der beiden Häuser mit dem Zitat aus einem Brief seines Vor-Vor-Vorgängers Peter Nestler beginnen. Der habe ihm zum Dezember-Ratsbeschluss gratuliert. Damit sei nach jahrzehntelanger Untätigkeit endlich eine Entscheidung gefallen – unabhängig von ihrer Richtigkeit. Es steht zu erwarten, dass der Rat am Dienstag ähnlich denkt.







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse