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25. 05. 2012
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Maulkorb für den Opernchef


16.02.2011 13:57 von:

Schlagwörter: Köln,Oper,Sanierung,Interim-Spielstätte,Laufenberg,Quander,Beier,Börschel,SPD,20

(ehu) Die Verwaltung schlägt den Musical Dome als Interimsspielstätte für die Oper vor. So ließ Oberbürgermeister Jürgen Roters noch am vergangenen Freitag alle Ratsfraktionen informieren, dass es detaillierte Informationen geben soll. Zur Kulturausschuss-Sitzung am Dienstag war das alles nur noch Schall und Rauch: Es lag nicht einmal die versprochene Beschlussvorlage mit dem Vergleich Musical Dome/geplante Veranstaltungshalle in Vogelsang vor. Auf die Nachfrage "Warum?" antwortete Kulturdezernent Quander nur mit "da bin ich sprachunfähig." Und Opernchef Uwe E. Laufenberg vermutete, da wolle wohl eine "politische Richtung" die Halle in Vogelsang durchsetzen und der Investor habe den Auftrag erhalten, noch einmal nachzurechnen.

Der rote Hefter blieb für die Mitglieder des Kulturausschusses geschlossen

Zwar winkte Laufenberg mit einem roten Hefter, darin 40 Seiten Vergleichszahlen, erarbeitet mit Schauspielchefin Karin Beier und dem geschäftsführenden Direktor Patrick Wasserbauer. Den aber, so sagte er, dürfe er den Mitgliedern des Kulturausschusses nicht aushändigen. Einiges gab er dann doch preis. Nach ersten Vergleichen käme die Anmietung der Halle in Vogelsang zwar 800.000 Euro billiger, doch überwögen die Nachteile gegenüber dem Musical Dome bei weitem. Dieser sei zentral gelegen, eine eingeführte Spielstätte und schon im nächsten Jahr beziehbar. Dies kommt der notgedrungen langfristigen Programmplanung der Oper entgegen – so ist jetzt schon die "Tosca"-Premiere für Mai 2012 geplant - im Musical Dome. "Glauben sie nicht, dass ich dort gerne dirigiere", so Laufenberg, "aber das ist das unterste Level, dass überhaupt geht."

Jede Menge Argumente gegen die geplante Halle in Vogelsang

Vogelsang dagegen, so führte Laufenberg weiter aus, liege außerhalb, erfordere bei Anreise mit der S-Bahn noch einen Fußweg von zehn Minuten. Zudem bezweifelte er, dass die wegen der Lage zu erwartenden Mindereinnahmen ausreichend berücksichtigt worden seien. Vor allem: Die Halle sei – wenn überhaupt – erst 2013 fertig. Unklar sei, welche Akustik sie dann habe, außerdem böten die viele Sitzplätze nur unzureichend Sicht oder seien in den hinteren Reihen zu weit weg von der Bühne – also nur zu weniger Geld zu verkaufen. Der Investor der Halle hatte im Dezember vergangenen Jahres bei der Vorstellung des Projekts den Herbst 2012 als Eröffnungstermin anvisiert (Köln Nachrichten berichtete).

SPD-Fraktion fast allein gegen den Rest der Kulturpolitiker

Noch gibt es auch keine Baugenehmigung, so die Mitteilung aus der Verwaltung. Schließlich könnte es Einsprüche aus der Nachbarschaft geben, etwa wegen des zu erwartenden höheren Verkehrsaufkommens. Lediglich die SPD zollte Laufenbergs Argumentation keinen Beifall und konnte in der Verzögerung nichts Merkwürdiges entdecken. Schließlich ist der Vorschlag Vogelsang eine Überraschungs-Idee ihres Ratsfraktions-Vorsitzenden Martin Börschel. Allerdings: Die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Brigitta von Bülow, hat notfalls noch einen dritten Interims-Spielort für die Zeit der Sanierung in petto – und damit einen neuen Prüfauftrag für das Kulturamt. Diese Alternative wollte sie aber noch nicht verraten.

Politiker setzen sich selber unter Entscheidungsdruck

Ob nun alles bis zum 1. März geklärt werden kann, ist mehr als zweifelhaft. Am 1. März soll der Rat entscheiden. Vorher muss der Kulturausschuss seine Empfehlung aussprechen, der muss nun am letzten Februar-Wochenende eine Sonderschicht einschieben. Ob sich bis dahin die Verwaltung auf eine "einheitliche Stellungnahme" geeinigt hat, bleibt abzuwarten. Fest steht: Jeder Tag, um den die Entscheidung herausgezögert wird, gefährdet die Zukunft der Oper, die durch Laufenberg wieder an internationalem Image gewonnen hat. Der Rat von Ulrich Wackerhagen, für die FDP als stimmberechtigter sachkundiger Bürger im Kulturausschuss: "Wir sollten den Erfahrungen und Empfehlungen von Herrn Laufenberg vertrauen."







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