25. 05. 2012
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Museum für Angewandte Kunst soll bunter werden
(js) Viel vorgenommen hat sich – trotz leerer Kassen – Dr. Petra Hesse, die neue Direktorin des Museums für Angewandte Kunst. An erster Stelle stehen ein besseres Image, eine Umstrukturierung der Schau-Ausstellung und die Einwerbung von Drittmitteln. Am Montag Abend erläuterte sie ihre "Zukunftsvision" beim SPD-Kulturforum in ihrer neuen Wirkungsstätte.
Äußeres Zeichen für die gründliche Erneuerung sollen Folien sein, mit denen die Fenster des Hauses verkleidet werden. Deren je nach Etage unterschiedliche Farben sollen sich auch im Inneren wieder finden und so die Orientierung der Besucher erleichtern. Dazu plant sie auch ein übersichtlicheres und klareres Leitsystem. Mit einem profilierten grafischen Auftritt sowohl im Internet als auch bei Printmedien will sie die Bedeutung ihres Hauses als einziges NRW-Museum für Angewandte Kunst herausstellen. Ein gemeinsames optisches Auftreten mit den anderen sieben städtischen Museen lehnt sie allerdings ab. Andererseits kann sie sich gemeinsame Ausstellungsprojekte vorstellen.
Die Ausstellungen sollen demnächst unter ein Jahresmotto gestellt werden. 2012 ist danach das Jahr der Architektur, 2013 das der Männer. Verstärkt werden soll die Kooperation etwa mit der IHK, der Internationalen Photoszene Köln, der KölnMesse oder dem Bund Deutscher Architekten. Mit dem Rotonda Business Club und der Kölner International School of Design wird es demnächst jährlich sechs gemeinsame Veranstaltungen geben. Eine Kooperation mit der Handwerkskammer sehe sie dagegen nur dann, "wenn Handwerker künstlerisch auf hohem Niveau arbeiten". Grundsätzlich will Hesse, zuvor Chefin des Mannheimer zeughaus-Museums, die Zusammenarbeit mit Kölns Kreativwirtschaft ausbauen.
Angesichts der desolaten städtischen Haushaltslage muss Hesse vorläufig dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen auf Eis legen. So liegen schon seit Jahren Pläne zur immer wieder verschobenen Reparatur der kaputten Fenster vor, die Kosten dafür sollen im sechsstelligen Bereich liegen. Sie arbeite aber gerade an einer neuen Bestandsaufnahme und Kostenplanung, erklärte sie. Um die Kostenlage für das Museum grundsätzlich zu verbessern, sei in Zusammenarbeit mit der Overstolzengesellschaft eine Spendenaktion in Vorbereitung. Diese sieht unter anderem vor, dass sich Mäzene gegen einen Betrag von 25.000 Euro in einem Betonstein verewigen dürfen. Der Förderverein des Museums habe durch seine Vorfinanzierung auch schon die ersten Optimierungsmaßnahmen möglich gemacht. Weitere Einnahmen erhofft sie sich von einer besseren Vermarktung des rund 200 Personen Platz bietenden Veranstaltungssaales, der vorher allerdings dem aktuellen technischen Standard angepasst werden müssen.

























