25. 05. 2012
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Museum Ludwig will Besucherwünsche erfüllen
(js) Die Garderobe im Museum Ludwig wird künftig wieder kostenlos sein – auch wenn dadurch rund 68.000 Euro Einnahmen fehlen. Die Toiletten werden besser ausgeschildert und auch Lageplan und Quartalsinformationen werden optimiert. Hausherr Kasper wird allerdings keine Bilder zu Highlights des Museums erklären, wie es etwa die "Mona Lisa" für den Louvre ist. Das ist das (vorläufige) Ergebnis einer Besucher-Befragung.
Durchgeführt wurde sie im Auftrag des Museums von der Kölner Agentur "rheingold". Sie interviewte zu Beginn dieses Jahres 30 Museumsbesucher, vor allem in Köln, aber auch in Düsseldorf, Frankfurt, Paris und Eupen. Es war keine Befragung mit vorgegebenem Fragebogen, der hinterher statistisch ausgewertet werden kann, sondern ein "offenes Interview", bei dem über jeweils zwei Stunden über allgemeine und besondere Vorstellungen zum Thema Museum geredet wurde, individuelle Vorlieben, Wünsche und Ticks standen dabei im Mittelpunkt. Ziel war es herauszufinden, was zum aktuellen Erfolg des Museums Ludwig beiträgt, was verbessert werden kann und wo noch Entwicklungspotenzial besteht.
Bei der Vorstellung der Ergebnisse am Mittwoch wurde der Öffentlichkeit aber noch nicht alles verraten. Manches muss wohl noch intern beraten werden. So scheint man sich noch im Unklaren, ob und wie man dem Wunsch nach mehr "Erklärungen zu den Kunstwerken" insbesondere bei moderner Kunst nachkommen kann und will. "Die Besucher wollen eine Hierarchisierung der Kunst nach einem klaren Plan", weiß König, das aber widerspricht seiner Auffassung von Kunst, die sich nicht nach einem Kanon richtet. "Wir wollen so viele Besucher wie möglich, aber ohne Konzessionen oder falsche Versprechungen zu machen", stellt er klar. Der Kunstpräsentation enge Grenzen setzt auch die "komplizierte" Architektur des Hauses, hat König erkennt. Dabei ist er durchaus offen für Kritik . So wurde der Bauwagen von Robert Filliou – ein Symbol für die "Baustelle" Kunst und deren ständigen Umbau – aus dem Foyer entfernt, weil er allzu oft mit einer "richtigen" Baustelle im Museum verwechselt wurde. Angesichts der Baustellen rund um das Gebäude eine verständliche Fehlinterpretation. Zugleich weist König auf die Gefahr hin: "Innerhalb der Dauerausstellung hätte dieser Bauwagen sofort die Aura eines Kunstwerks" – und damit erhebliches Provokationspotential verloren.
Finanziert werden soll die Studie durch den Verkauf von Kunstwerken. Hierzu konnte die mehrfach ausgezeichnete Künstlerin Mechtild Frisch gewonnen. Sie bearbeitete für die Edition "Löcher partout" 43 Postkarten von Kunstwerken, die zum Bestand des Museums gehören oder dort während einer Ausstellung gezeigt wurden, mit einer Lochzange. Besonders angetan hat es ihr ein Frauenakt von Pierre Klossowski. "Der zeigt ganz diskret einen nackten Hintern, den ich mit meinen Löchern hervorhole", beschreibt die 66-jährige Kölner Malerin ihre Arbeit. Mit ihrer Perforierung zieht sie der Nackten Strümpfe oder eine Bluse an. Setzt so andere Akzente bis hin zur Frage: Wann ist zwischen den Löchern das ursprüngliche Bild nicht mehr zu erkennen, so dass ein völlig neues Werk entsteht.
Die Unikate kosten jeweils 834,60 Euro (inkl. MwSt.) und sind zwischen Glas gerahmt, was eine beidseitige Hängung möglich macht. Bestellungen über Museum Ludwig, Astrid Bardenheuer, Tel. 0221 / 221-26383, bardenheuer@museum-ludwig.de

























