25. 05. 2012
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"Mut zur Kultur" sauer auf OB und SPD
(js) Warum verzögern SPD und hintendran die Grünen im Rat die Sanierung von Schauspiel und Oper? Warum wollen sie plötzlich keine Werkstattbühne und Kinderoper mehr in der Opernterrasse? Warum soll die Verwaltung prüfen, ob die Opernterrasse sich nicht besser zu kommerziellem Nutzen vermieten lasse? Geht es gar um eine Torpedierung der Sanierung? Natürlich machen sofort Verschwörungstheorien die Runde. Vielleicht ist es aber ganz einfach so, wie Jörg Jung von der Bürgerinitiative "Mut zur Kultur" sagt: "Die benehmen sich wie beleidigte pubertierende Kinder, die nicht bekommen haben, was sie wollten." Und vielleicht hat OB Jürgen Roters auch nicht den Mumm, sich gegen seine Partei durchzusetzen. Stattdessen vermeidet er den Kontakt zur Bürgerinitiative, wie sich deren Sprecher am Freitag beklagte.
Zu Jahresbeginn konnte "Mut zur Kultur" ein Bürgerbegehren erfolgreich beenden – es hatte sich gegen den Abriss des Schauspiels ausgesprochen und stattdessen seine Sanierung gefordert. Der Rat der Stadt war dem gefolgt, auch die SPD – zuvor wie der OB für einen Abriss. Bei einem 2. Runden Tisch stellte die Bürgerinitiative eine Machbarkeitsstudie für die Sanierung vor, die auch die Wünsche von Schaupiel und Oper aufgriff. Roters stellte sich damals voll hinter die Entscheidung des Runden Tisches. Bis die SPD und mit ihr die Grünen das Thema Opernterrasse entdeckten. "Es darf nicht noch einmal dazu kommen, dass Vereinbarungen des Runden Tischs dem sachfremden Ränkespiel koalitionspolitischer Strategien zum Opfer fallen", mahnt die Initiative den Rat, die Empfehlungen des Runden Tischs zu respektieren.
Neuer Runder Tisch geplant
Um den weiteren Planungsprozess weiter mit öffentlicher Beteiligung fortsetzen zu können, will "Mut zur Kultur" Ende Januar zu einem neuen Runden Tisch einladen. "Bisher haben wir darauf noch keine Antwort aus dem OB-Büro bekommen", so Jung. Dieser Termin sei aber nötig, weil der Rat am 1. März über den Fortgang entscheiden müsse. Dann auch darüber, was mit der Opernterrasse geschehe. "Ein Schauspiel ohne Werkstattbühne ist so, als ob man dem Schneider sage, um zu sparen solle er bei der Hose ein Bein weglassen", vergleicht die Initiative die Wünsche der SPD. Schließlich bedeute der Wegfall der beiden Bühnen weniger Einnahmen – wobei die Werkstattbühne die alte Schlosserei ersetzen soll.
Der neuerliche Prüfauftrag an die Verwaltung zur Opernterrasse sei ein "politisches Bremsmanöver", die die Planung unkalkulierbar mache. Dies könne man sich nicht leisten, noch liege man voll im Zeitplan. Ein weiteres Ärgernis für die Initiative sind falsche Kostenangaben der Sanierungsgegner. So würden etwa die "verlorenen" Planungskosten von 11 Millionen Euro für den Neubau der Sanierung angerechnet: "Das ist nicht zulässig. Sie sind die Folgen einer verfehlten Politik", stellte Jung fest. Und die Machbarkeitsstudie für die Sanierung habe dank ehrenamtlichen Engagements nur 600.000 Euro und nicht wie behauptet 1,5 Millionen gekostet. Um künftig über die richtigen Zahlen diskutieren zu können, fordert man eine Überprüfung des Rechnungswesens, "damit es Politik unterstützt statt fehlleitet".
Betriebskosten nicht berücksichtigt
Jung verspricht: "Die Sanierung wird bei besseren Nutzungsmöglichkeiten nicht teurer als der geplante Neubau. Außerdem sind die Betriebskosten erheblich niedriger." Das Stichwort für Peter Busmann, Initiativen-Vorsitzender und Architekt von Philharmonie und Museum Ludwig: Er warf der Stadt vor, zwar gerne Neues zu bauen, dabei aber die Unterhaltungskosten in der Planung zu vergessen – und nannte gleich eine verrostende Wand an "seinem" Museum. "Das wird eine Million kosten", warnte er. Bekanntlich haben auch Römisch-Germanisches Museum und Museum für Angewandte einen Renovierungsstau.

























