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25. 05. 2012
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NS-Dok: Mehr Besucher, mehr Einnahmen, mehr Veranstaltungen als 2010


11.05.2011 07:04 von:

Schlagwörter: Köln, NS-Dok,Gestapo,Dokumentationszentrum,Jahresbilanz,2010,Jung,Rekord;Besuche

(ehu) Alle Redner lobten die Arbeit des NS-Dokumentationszentrums, doch Hoffnung auf mehr Geld und damit eine weitere Verbesserung machte der Kulturausschuss am Dienstag Museumsdirektor Werner Jung nicht. Der hatte gerade eine erfolgreiche Jahresbilanz für 2010 vorgelegt, mit drei Rekorden und einem "Luxusproblem": Seit Jahren muss er vor allem Schulklassen einen Besuch abschlagen, weil kein Geld für Bewachungspersonal da ist. Und auch sonst könnte, müsste einiges verbessert werden.

Doch zuerst die drei Rekorde: 53.800 Menschen besuchten das "NS-Dok", das sind 10 Prozent mehr als 2009, sogar doppelt so viel wie noch 2002. 124.192,40 Euro wurden eingenommen, 8,5 Prozent mehr als im Vorjahr und sogar 175 Prozent mehr als 2002. Und das, obwohl die Einführung des "KölnTags" rund 40.000 Euro Eintrittsgelder im Jahr weniger bringt. Die Tantiemen für Fotos aus dem Archiv trugen einen nicht unerheblichen Teil zu dieser Einnahmesteigerung bei.

Besucher der letzten Museumsnacht wählten NS-Dok zum "besten Kölner Museum"

Erheblich gestiegen ist auch die Zahl der Veranstaltungen: 182 mal wurde zu Lesungen eingeladen, zu Angeboten, die die aktuellen Ausstellungen begleiteten, zu Vorträgen, Gedenkveranstaltungen oder Diskussionen. Dazu nahm man am Museumstag, dem Tag des offenen Denkmals oder der Langen Nacht der Museen, teil. Die brachte dann auch noch eine besondere Auszeichnung: Die Besucher wählten das Museum – das zugleich auch Gedenkort und Forschungsstätte ist – zum "besten Museum", vor dem Schokoladenmuseum und dem Kulturzentrum am Neumarkt.

Eine Steigerung gab es auch bei den Gruppenführungen, vor allem für Schulklassen: 1431 waren es mit zusammen 21.189 Teilnehmern. Zwar hätten viele Kölner Schulen noch die das Museum besucht hätten, bedauerte Jung. Trotzdem müsse er immer wieder vor allem Schulklassen einen Besuch absagen, denn "mehr als fünf Gruppen gleichzeitig verkraftet die Gedenkstätte im Keller nicht", so Jung. Hauptgrund der Absagen sind die kurzen Öffnungszeiten. "Andere Kölner Museen haben im Monat bis zu 60 Stunden länger auf." Um auf diese Zeiten zu kommen, fehlt aber das Geld für das dann nötige Bewachungspersonal.

Schulen müssen morgens draußen bleiben, Touristen am späten Nachmittag

Das Dokumentationszentrum ist außer Montag täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet, am Wochenende von 11 bis 16 Uhr. Frühere Öffnungszeiten wären günstig für Schulen, spätere für Erwachsene, insbesondere erwachsene Touristen. Diese kommen in großer Zahl auch aus dem Ausland, wie an den Ausleihen der Audioführer abzulesen ist (für eine genaue Besucheranalyse fehlt das Geld) 5164 Geräte wurden 2010 ausgeliehen (2008: 3931). Die Guides gibt es auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Polnisch und Russisch. Niederländisch soll die nächste Sprache sein. Für Türkisch gibt es die Möglichkeit einer Führung mit dem Schriftsteller Dogan Akhanli.

Als weiterer Pluspunkt für 2010 wird dort die Arbeit der "Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus" (ibs) aufgeführt. In neun Projekten wird geforscht, die Ergebnisse werden nicht nur regelmäßig publiziert, sondern fließen nach Möglichkeit sofort in die Dauerausstellung ein oder führen zu Sonderausstellungen. Themen sind u.a. die Jugendpolitik in der Nazi-Diktatur oder die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in Kölner Stadtteilen. Neu ist die Beschäftigung mit den Zusammenhängen zwischen "Heimatfront" und dem, was Kölner Soldaten an der eigentlichen Kriegsfront erlebten.

Viele Nachlässe, aber es fehlen Mitarbeiter

Diese Forschungsarbeit leidet allerdings ebenfalls unter Geldmangel. So fehlen ausreichend wissenschaftlich ausgebildete Mitarbeiter (zur Zeit nur eine halbe Stelle), um die zahlreichen Nachlässe zu bearbeiten, die dem Haus regelmäßig übergeben werden. Darunter sind oft sehr viele Fotos – und Fotos aus dem Archiv tragen durch ihre Tantiemen bei einer Veröffentlichung nicht unwesentlich zu den Einnahmen des Museums bei.

Das Kölner NS-Dok ist nicht nur wegen seiner Jahresbilanz, die seit 2003 in gedruckter Form vorliegt, bundesweit ein Vorbild. Das gilt für die gesamte Arbeit. So erhofft man sich aktuell in Stuttgart Hilfe aus Köln. Dort soll eine ehemalige Gestapo-Zentrale – sogar auf Betreiben der Grünen – abgerissen werden. Die Parallelen zu Köln liegen auf der Hand, auch hier sollten vor vier Jahrzehnten die Reste der Gestapo-Zentrale mit den Folterzellen im Keller und der Hinrichtungsstätte im Hof aus dem Gedächtnis getilgt werden. Erst ach vielen Protesten konnte dies verhindert werden. Heute ist das EL-DE-Haus am Appellhofplatz Sitz des NS-Dokumentationszentrums.







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