25. 05. 2012
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Oper und Schauspiel bald in alter Farbenpracht
(ehu) Außen weiß und innen weiß: So sieht die Oper heute aus. Zumindest innen war das früher anders. Da hatte ihr Architekt Wilhelm Riphahn einen wohlgeordneten Farbschmuck verordnet. Nun soll alles werden wie früher. An charakteristischen Stellen haben Restaurateure den alten Zustand wiederhergestellt. Schrifttafeln erklären den Besuchern die Arbeiten. Erste Ergebnisse wurden jetzt vorgestellt.
Mit Skalpell und Pinsel haben sich die Experten an ausgesuchten Stellen durch die jahrzehntedicken Putzschichten gekratzt, bis sie auf die ursprüngliche Bemalung stießen. Haben Fotos und Presseartikel studiert, die den 1958 eröffneten Bau beschreiben. Bekannt war, dass Riphahn "mit Farben gespielt und Gebäude damit gegliedert hat", erklärt Gereon Lindlar.
Rot, blau, gelb, grün _ Riphahns Farbpalette war breit, aber immer erdig-gedämpft
Dabei stieß man etwa an der Stirnwand der "Empfangshalle" im Erdgeschoss auf Rot. Von erdigem Blau umrahmt waren die an beiden Seiten liegenden Türen zum Zuschauerraum. "So kommt ihr Nussbaumholz doch viel besser zur Geltung", findet der Restaurator. Die Wände rechts und links von den Türen sowie die Decke waren in hellem Gelb gestrichen. Ein helles Grau hob die Unterseiten der nach oben führenden Treppen hervor. Heller als heute gewohnt war auch Boden der Erdgeschosshalle mit seinem Schieferplatten-Mosaik: Abgeschliffen strahlt er in hellem Grau.
Mit Holzplatten, die dann weiß gestrichen wurden, verkleidete man in den 1980er Jahren die Pfeiler in dieser Halle. Der alte körnige Sandputz, in hell-gedämpften Oliv gestrichen, gefiel nicht mehr. Jetzt hat man ein Rechteck aus den Platten gesägt, der alte Zustand ist wieder sichtbar. "Bei den Außensäulen hat man leider alles verklebt", klagt Architekt Remigiusz Otrzonsek. Im Zuschauerraum werden es sich die Opernfreunde nach der Sanierung auch auf neuen Sesseln in der "originalfarbe" Hellblau bequem machen können.
Vorbei die Zeiten, als in der Garderobe die Beine der Opernfans gespiegelt wurden
Mit Farben akzentuiert war auch die Garderobe im Keller. Auf dunklen Wänden konnten die gold-eloxierten Aluminium-Garderobehaken besonders gut glänzen – ganz anders als heute. Ihr Material war damals genau das modernste auf dem Markt wie das grüne Kunstleder, mit dem die Garderobentheke verkleidet war. Mit weißen Polsternägeln wurde es zu kleinen Polstern geformt. Heute ist es die Theke mit Spiegeln verkleidet – sie werden entfernt.
Besonders deutlich werden Riphahns Gestaltungsvorstellungen im Foyer im ersten Stock. Heute sind die Wände zwischen den bodentiefen Fenstern weiß, in den Nischen stehen kleine Plastiken. Bei Riphahn waren sie schwarz gestrichen. Bei Dunkelheit lenkte dann nichts den Blick der Opernbesucher von den Lichtern der Großstadt ab.
Vorbei bald auch die Zeiten, als die Garderobe zum Pausen-Sitzen einlud
An mehr als nur an andere Farben werden sich die Besucher des Schauspiels gewöhnen müssen. Es wurde vier Jahre nach der Oper eröffnet, Riphahn hatte sich da schon bei der Farbgestaltung zurückgenommen. Auch hier werden in der Garderobe die Wände dunkler, das Eichenholz der Theke wird freigelegt. Aber – und das wird nicht allen gefallen – auch die Sitzkästen werden verschwinden. Es soll so leer und frei werden wie in den ersten Jahren.
Die Außenfassade des Schauspiels besteht aus rotem Klinker. Der zog sich bei Riphahn noch in den heutigen Kassenraum hinein, ehe sich dann der Weg durch eine weitere Türe in die EIngangshalle öffnete. Diese Türen wurden später entfernt, aus Schutzbestimmungen dürfen sie auch nicht wieder eingesetzt werden. Wohl aber will man hier die alte Klinkerverkleidung wieder sichtbar machen. "Das dürfte kein Problem sein", hofft Lindlar, "man ist damals sehr behutsam vorgegangen." Auf der rechten Seite sind die Klinker freigelegt – man kann sich an den Anblick gewöhnen.

























