25. 05. 2012
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Opernintendant Laufenberg: Man macht meine Arbeit kaputt
(ehu) So hitzig wurde im Kulturausschuss schon lange nicht mehr diskutiert – SPD und Grüne auf der einen, CDU und FDP auf der anderen Seite. "Das ist ja richtig große Oper", meinte abschließend SPD-Mitglied Anke Brunn. Worauf Opernchef Uwe Eric Laufenberg konterte: "Dafür wurde ich ja engagiert." Ob er allerdings weiter engagiert bleibt, ist die Frage. Denn der Mann, der Köln wieder große Oper in der Oper beschert hat, drohte damit, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Er fürchtet, dass seine Arbeit von der Politik "kaputt gemacht" wird. Anlass ist der Vorschlag von Martin Börschel, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, die Oper Bonn und eine in Vogelsang geplante neue Veranstaltungshalle als mögliche Interimsspielstätten für die Kölner Oper während deren Sanierung zu prüfen.
Gegen diese "absurden Vorschläge" lief Laufenberg Sturm. Zum einen sieht er darin eine gezielte Verzögerung der vom Rat beschlossenen Sanierung, zum anderen hält er davon grundsätzlich nichts. So habe die Oper Bonn im Jahr bestenfalls 60 Termine frei – zu wenig, als dass es den Kölnern ausreichend Einnahmen bringe. Schließlich zeige die Erfahrung auch, dass kaum Kölner in die Bonner Oper fahren. Polemisch fragte er die SPD-Vertreter: "Sollen die Kölner in Bonn einmarschieren und ihre Bonner Kollegen erschießen?" und weiter "Wenn die Büros der Kölner SPD-Fraktion marode sind, können Sie einfach an die Computer ihrer Bonner kollegen, wenn die danebensitzen?"
Musical-Dome ist Favorit
Eine Abfuhr erteilte er Vogelsang. Wer gebe die Garantie dafür, dass die Halle fertig sei, wenn 2012 die Sanierung der Oper beginne? Außerdem will er vom Betreiber erfahren haben, dass dort weder ein Orchestergraben, Bühnenturm, Schnürboden und ausreichend Garderoben geplant seien. Laufenbergs Favorit als Dauer-Interims-Spielstätte ist der Musical-Dome. Der sei leicht für die Opernbedürfnisse umzubauen, sei zentral gelegen und habe die vergleichbare Sitzplatzzahl wie die Oper. Vor allem sei er 2012 beziehbar – das gebe Planungssicherheit und sichere Einnahmen für 40 Monate. Die bisherigen wechselnden Spielstätten seien im Umbau zu teuer gewesen (Gerling-Kantine) oder schlichtweg ungeeignet (Universitäts-Aula). Der Musical-Dome war schon zu Beginn der Sanierungsdebatte im Gespräch, verschwand dann aber in der Schublade, als der DFB dort sein Fußball-Museum bauen wollte. Dieses entsteht jetzt jedoch in Dortmund.
Kreatives Selbstlob
Sichtlich gereizt reagiert Kulturdezernent Quander auf die Aufforderung, die zwei neuen Vorschläge zu überprüfen. Er verwies auf die Belastung seiner Mitarbeiter mit den bisherigen Prüfaufträgen zur Kostenminimierung bei den Interims-Spielstätten aufgrund des Ratsbeschlusses vom Oktober des Vorjahres. Bonn und Vogelsang seien nicht Inhalt diese Beschlusses gewesen. Schlucken musste er, als ihm die Kulturausschuss-Vorsitzende Eva Bürgermeister (SPD) vorhielt: "Wir erwarten eine kreative Verwaltung. Die Politiker denken kreativ, wenn sich neue Aspekte ergeben." Hier erhielt Quander Unterstützung von der CDU: "Es geht nicht nur um Kostenoptimierung, sondern auch um die Sicherung der Einnahmen. Und das ist bei Bonn nicht gegeben."
Quander prüft doch
Nach der Kulturausschuss-Sitzung fand – in Rücksprache mit Laufenberg – ein Gespräch zwischen Quander und OB Jürgen Roters statt. Am Mittwoch meldete die Stadt dann, dass die Börschel-Vorschläge "ebenfalls fundiert geprüft, bewertet und im Vergleich zu den bisherigen Lösungsalternativen dem Rat zur Beschlussfassung vorgelegt werden". Dies soll bis zur Ratssitzung im April geschehen, so dass keine Verzögerungen im Zeitplan entstehen.

























