25. 05. 2012
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Schauspiel Köln: Gewerkschaft will Sanierung statt Neubau
(js) Kölns Dienstleistungsgewerkschaft Verdi probt den Spagat zwischen der in allen Lebensbereichen gewünschten und "legitimen" Mitbestimmung des Bürgers und der Vertretung von Arbeitnehmerinteressen. Manchmal geht beides nicht zusammen. So stellt sich Verdi in der aktuellen Diskussion um Neubau oder Sanierung des Schauspielhauses gegen das Bürgerbegehren, dass Unterschriften für die Sanierung sammelt. Am Montag erklärten Fachsekretäre und Vertreter des Bühnen-Personalrats, warum sie ihre Argumente für einen Neubau für die besseren halten.
Dass die Arbeitsbedingungen im Schauspielhaus am Rande des Zumutbaren und oft auch des Zugelassenen sind, darin sind sich Politik, Verwaltung und die, die im Schauspiel arbeiten, seit über zehn Jahren einig. So beschloss der Stadtrat im Dezember einen – gegenüber ersten Plänen – abgespeckten Neubau. Dagegen macht die Bürgerinitiative "Rettet das Schauspielhaus" mobil. Sie hofft, genügend Unterschriften für ein Volksbegehren zusammenzubekommen, und plädiert für eine Sanierung. "Eine Sanierung würde die Arbeitsbedingungen noch verschlechtern", ist Martin Nees überzeugt. Der Verdi-Fachsekretär für Kunst und Kultur erklärt: "In einem Neubau dürfte nach den gültigen neuen Feuerschutzbestimmungen etwa darf nicht mehr auf den Fluren gearbeitet werden. Das ist bislang durch eine Ausnahmeregelung in der Betriebsgenehmigung, die in diesem Jahr abläuft, noch möglich." Auch neue moderne Bühnentechnik brauche mehr Platz für eine neue Statik." Woher aber soll dieser Platz kommen? Grundsätzlich sei eine Sanierung "ein nicht steuerbarer Zustand", dies gelte auch für die Finanzierung. Die Kosten, die die Bürgerinitiative für die Sanierung angibt, bezweifelt er. Zudem könne es für einen Neubau Subventionen geben. "Vor allem aber: Wer weiß denn schon, wie viel Geld die Stadt in ein paar Jahren hat?". Denn das ist klar: Sollte doch noch für eine Sanierung entschieden werden, müsste alles neu ausgeschrieben werden. Vollendet wäre die Sanierung dann wohl erst um 2020, der Neubau stünde hingegen bereits 2014 (falls es nicht ein zweiter Fall "neue Kunsthalle" wird).
Andreas Hupke, Personalratsvorsitzender der städtischen Bühnen, macht sich nicht nur Sorgen um die Arbeitsplätze seiner Kollegen, sondern auch um das Schauspiel als solches: "Wenn die Zuschauer erst einmal vergrault sind, ist es schwer, sie zurück zu gewinnen." Auch abgespeckt, würde der Neubau – abgesehen von einem fehlenden Aufzug – alle Bedingungen erfüllen, die für einen reibungslosen Theaterbetrieb nötig sind – und das auf modernstem Stand der Technik. Auf einer kürzlichen Personalversammlung hätte sich die überwiegende Mehrheit für den Neubau ausgesprochen. Dabei fehlte allerdings das Ensemble der rund 50 Schauspieler, die – anders als das technische Personal und die Verwaltung – keine städtischen Mitarbeiter mit unbefristeten Verträgen sind. Insgesamt arbeiten im Schauspiel knapp über 200 Menschen.

























